Neanderthal Museum : Eine Reise in die Steinzeit und zurück

Viele spannende Details über die Menschen der Steinzeit gibt es in Mettmann zu erfahren. Ein Museumsbesuch hält so manche Überraschung bereit.

Mettmann Graues Jackett, graues Hemd, die grauen Haare exakt gescheitelt, so blickt der relativ kleine Mann über die Balustrade des stufenlosen Rundgangs und schaut auf seine Verwandten. Denn bei diesem Mann handelt es sich um eine exakte Nachbildung des Neandertalers – diesmal nicht Fell tragend. Und schon wirkt er dank der Kleidung viel freundlicher und sieht dem Homo Sapiens viel ähnlicher. Die Mitarbeiter des Neanderthal Museum nennen ihn wegen seines seriösen Aussehens auch den George Clooney der Steinzeit.

Was es zu sehen gibt Dort, wo vor 160 Jahren die Gebeine des Neandertalers gefunden wurden, steht heute ein modernes Haus: das Neanderthaler Museum – mit H, so wie der internationale wissenschaftliche Begriff.

In diesem Haus startet eine historische Reise durch die Menschheitsgeschichte, beginnend selbstverständlich mit den 40.000 Jahre alten Gebeinen, die vor der Haustür 1856 gefunden wurden und die unter Glas zu bestaunen sind. Schon geht es weiter durch die Urgeschichte. Da steht die erste Nachbildung des Neandertalers, wie übrigens alle Figuren minutiös nach wissenschaftlichen Grundlagen von den niederländischen Zwillingsbrüdern Kennis rekonstruiert. Der rund 1,40 Meter kleine Neandertaler steht neben einem Homo Sapiens, dessen Knochen in Rumänien gefunden wurden und die ebenfalls 40.000 Jahre alt sind. Bemerkenswert: Dieser Homo Sapiens, so haben es fleißige Wissenschaftler festgestellt, muss sich irgendwann mit dem Neandertaler vermehrt haben, denn er besitzt auch dessen Gene.

Weiter geht der Rundgang durch die Steinzeit, aber auch tausende Jahre zurück zur anderen Urmenschen. Und immer steht der Neandertaler im Mittelpunkt. Beispielsweise war er viel stärker als wir heute. Da präsentiert der Neandertaler einen dicken Stein über seinem Kopf, während der Homo Sapiens den Stein gleicher Größe nur bis zur Brust heben kann. Herr Neandertal war eben viel muskulöser und musste demzufolge auch viel mehr essen. Vor allem Fleisch. Das wiederum zeigt eine andere Szene, eine Art Familienleben vor dem Zelt. Dort verarbeitet der Hausherr einen Steinbock, während sich seine Frau mit einem Hasen beschäftigt. An dem mit Fell überdeckten Zelt hängt sogar der Kopf eines Bisons.

Für wen ist die Schau geeignet Neben den bildlichen Szenen gibt zahlreiche multimediale Inszenierungen und die Ausstellung vermittelt einen spannenden Einblick in die Archäologie und Paläoanthropologie. Sowohl Erwachsene als auch Kinder werden angesprochen. Da gibt es die so genannten Forscherboxen, und viele Dinge kann der Besucher selbst ausprobieren, beispielsweise Werkzeuge, um zu hämmern oder Feuer zumachen.

Für die Jugend Für junge Besucher bietet das Museum am Wochenende und in den Ferien eine Tour mit den Museumsscouts an. Experten zeigen Dinge, die es sonst nicht zu sehen gibt. Außerdem veranstaltet das Museum zahlreiche Workshops, um das Leben in der Steinzeit näher kennen zu lernen wie beispielsweise Bogenschießen lernen oder erfahren, wie Archäologen graben. Darüber hinaus geht öfters nachts mit der Taschenlampe durchs Museum.

INFO Das Neanderthal Museum, Talstraße 300 in Mettmann, Telefon 02104 97970, täglich von 10 bis 18 Uhr, Eintritt für Erwachsene: 11 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 6,50 Euro;
Birgit Wanniger