Musik in Düsseldorf : Klavier klingt auch hochkant gut

Am Donnerstag beginnt im Salon des Amateurs das 15. Approximation Festival. Konzerte gibt es auch im Tanzhaus NRW und in der Filmwerkstatt.

An vier Tagen bieten internationale Musiker außergewöhnliche Stimmen und Sounds. Hier eine Übersicht über die Termine.

Donnerstag im Salon des Amateurs Die britische Pianistin Sarah Nicolls wird zunächst einen Vortrag über ihr selbst konstruiertes Inside-Out-Piano halten. Das ist ein Flügel, dessen Saitenkörper hochkant angeordnet ist. Nicolls kann die nach oben ragenden Saiten anschlagen, zupfen und streichen. Außerdem haben die Zuschauer die Möglichkeit, die innere Technik des präparierten Pianos zu sehen. Nach dem Vortrag wird Sarah Nicolls ihre Musik vorstellen. Zu hören gibt es ein breites Spektrum der Moderne – von Leoš Janácek über Henry Cowell bis zu aktuellen Komponisten wie Atau Tanaka. Auch  eigene Kompositionen wird die Musikerin präsentieren. Beginn ist um 20 Uhr.

Der Gitarrist Rolf Hansen tritt gegen 22.30 Uhr auf. Der Däne ist ein Grenzgänger, er improvisiert auf seinem Album „Elektrisk Guitar“ ausschließlich auf der Gitarre und findet Wege, sein Instrument neu und ungewohnt klingen zu lassen.

Freitag im Tanzhaus NRW Ein Höhepunkt der Festivals dürfte der Auftritt der 77-jährigen Meredith Monk aus New York werden. Sie gilt als die Pionierin der Musik-Performance. Sie wird am Freitag und am Samstag, jeweils um 20 Uhr, ihre neue Komposition „Cellular Songs“ aufführen und lässt sich von einem Vokalensemble begleiten.

Freitag im Salon des Amateurs Die isländische Songwriterin und Pianistin Sóley wird Stücke von ihrem noch nicht veröffentlichten Album aufführen. Oft spielt Sóley im Ensemble mit zwei Keyboards, Akkordeon, Cello, Bass und Schlagzeug. Aber sie hat auch Soloauftritte mit Theremin, Mellotron und Synthesizer oder nur am Piano absolviert. Sóleys Auftritt beim Approximation Festival soll zwei Teile haben: Erst tritt sie am Piano auf, dann mit einer Band. Beginn ist um 22.30 Uhr.

Gegen 23.30 Uhr ist die Musik von Thorsten Lütz zu hören. Er ist bekannt unter seinem Pseudonym Strobocop, ein Kölner DJ zwischen House und Techno. 1997 gründete er das Label Karaoke Kalk, das Platten von Bill Wells, Hauschka, März, Donna Regina, Tolouse Low Trax und Wunder vertreibt. Lütz führt Karaoke Kalk bis heute, sodass seine DJ-Sets in den vergangenen Jahren seltener wurden. Beim Approximation Festival haben die Besucher die Chance auf ein Wiedersehen oder auch ein Kennenlernen mit Strobocop und seinem besonderen Sinn für die Tanzfläche wie auch für die Nische.

Samstag im Salon des Amateurs Viele Musik-Kenner werden Jimi Tenor durch seinen Techno-Hit „Take Me Baby“ aus dem Jahr 1996 kennen. Seither hat der 55-jährige Finne für viele andere musikalische Genres erfolgreiche Beiträge geliefert, oft sogar für den Jazz. Jimi Tenor gilt als Kenner der Orgel- und Synthesizer-Historie, er spielt auch noch diverse Blasinstrumente. Tenors Veröffentlichungen überwinden die Grenzen von Soul, Funk, Hip-Hop, House und Jazz. Er beehrt das Approximation Festival mit einer Solo-Show und hat alte Rhythmusmaschinen und Synthesizer in seinem Gepäck, dazu Piano, Saxofon, Flöte und sein Gesang. Neben Klassikern aus den 1990ern und aktuellen Stücken soll viel Raum bleiben für Spontanes und die Improvisation. Im Salon des Amateurs wird er ein Überraschungsprogramm präsentieren, gemischt mit einem Überblick über sein Schaffen der vergangenen Jahre. Beginn seines Auftritts ist um 22.30 Uhr.

Gwen Jamois ist unter dem Namen Iueke für experimentelle Techno-Tracks bekannt. Der Pariser DJ, Musiker und Produzent tritt am Samstag um 23.30 Uhr im Salon des Amateurs auf. Das Konzert gilt bereits als ausverkauft.

Sonntag in der Filmwerkstatt Als Bonus ist um 17 Uhr die selten gezeigte Verfilmung des Stücks „Quarry: An Opera in 3 Movements“ von Meredith Monk aus dem Jahr 1977 zu sehen. Eintritt frei!