Veranstaltungstipps : Kultur für Kurzentschlossene

Siebdrucken in der Kunstsammlung, Eifersuchtsdrama in der Oper und Brahms in der Tonhalle – Tipps für einige Veranstaltungen in dieser Woche.

Mitsubishi Electric Halle Die neue Show von Ani Lorak mit dem Namen „Diva“ ist die musikalische Geschichte einer Diva, die in verschiedenen Zeiten lebt und immer für eine Überraschung gut ist. Diva ist eine Selfmadefrau, die beweisen möchte, dass Träume wahr werden können. Hunderte Bühnenbilder und Sondereffekte, extra für die Show angefertigte Kostüme und ein Team aus 200 Profis verwandeln die Bühne in einen Ort, an dem die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde aufeinander treffen. Ani Lorak präsentiert die Show am Donnerstag, 19.30 Uhr in der Mitsubishi Electric Halle.

Oper Eifersucht ist das tödliche Gift, das der Fähnrich Jago seinem General Otello tröpfchenweise einflößt. Dieser ist auf dem Höhepunkt seines Ruhms. Er besitzt Macht, Charisma, Volksverehrung und die Liebe der schönen Desdemona. In diese Beziehung treibt Jago den Keil, der zum Verbrechen führt, einem Verbrechen aus Leidenschaft, das zugleich eine Verzweiflungstat ist. Denn Jagos infames Intrigenspiel spekuliert nicht auf Otellos Leidenschaftlichkeit. Er hat den Denker, den Traditionalisten, den Erfolgsmenschen im Visier, dem er den Boden unter den Füßen entzieht, bis er zum Mörder an der Gattin wird und jegliche gesellschaftliche Reputation verliert. In Michael Thalheimers Inszenierung von Verdis (1813–1901) Spätwerk „Otello“ herrscht Dunkelheit, die ewige Nacht eines von Angst, Misstrauen und Paranoia beherrschten Hirns. Die Oper ist am Samstag, 19.30 Uhr, zu erleben.

Tonhalle Am Sonntag, 11 Uhr, kehrt Adam Fischer nach zwei Jahren mit Beethoven wieder zu Brahms zurück, um dem Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf einen würdigen Rahmen zu verleihen. Bei der ersten Vergabe 2016 erklang das „Deutsche Requiem“ – nun musiziert Fischer mit den Düsseldorfer Symphonikern Brahms‘ 1. Symphonie. Mit diesem Werk gelang dem Wahl-Wiener nach langem Zögern der große Aufschlag in der instrumentalen Königsdisziplin. 53 Jahre nach der legendären Neunten setzt die Symphonie das Erbe Beethovens fort – und ist zugleich ein Gegenentwurf unter romantischen Vorzeichen.

Jazz-Schmiede Golden Girls und die Kunst der Travestie: Wenn man einmal alle Mathieus, Monroes und Heinos gesehen hat, beginnt die Kombination aus Flitter, Fummel und Playback allmählich ihre Originalität zu verlieren. Und so langsam komen Zweife auf an den Variationsmöglichkeiten einer Travestie-Show. Spätestens dann ist man reif für die Bekanntschaft mit den Golden Girls aus Düsseldorf. Die Vorstellung ist am Sonntag, 17 Uhr, in der Jazz-Schmiede.

Literatur Viermal im Jahr präsentieren Journalist Philipp Holstein und Germanistin Dr. Verena Meis ihre Kulturveranstaltung „Rückkopplungen“ und spüren hörbare Texte und lesbare Sounds quer durch die musikalische Literaturgeschichte auf. Für ihren Termin am Donnerstag in der Zentralbibliothek hat sich das Duo wieder einige Werke vorgenommen. Darunter Sibylle Bergs neuer Roman „GRM. Brainfuck“, der in der Londoner Grime-Szene spielt; David Foster Wallaces Rap-Essay; Ta-Nehisi Coates‘ Kritik des Hip-Hops sowie die Urschriften des Hip-Hops von Maya Angelou und Ralph Ellison. Musik gibt es auch – und zwar von den Rappern Nas über Jay-Z bis zum Pulitzer-Preisträger Kendrick Lamar. Der Eintritt zu „Rückkopplungen“ am Donnerstag um 20 Uhr ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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