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Künstlerin in Düsseldorf hat neues Atelier nach Kündigung gefunden

Atelierbesuch : Neues Atelier in altem Klassenzimmer

Wie knapp Künstlerateliers sind, merkte auch Gisela Happe bei ihrer Suche. Das Kulturamt konnte helfen. Nun kann die Künstlerin wieder arbeiten.

Gut 14 Jahre lang hat Gisela Happe in einem Atelier an der Aldekerkstraße in Heerdt gearbeitet. Die Künstlerin hat in dieser Zeit viele Ausstellungen vorbereitet und ihre mit Fotografien kombinierten Bilder erfolgreich präsentiert. Im Frühjahr aber sah die Zukunft der 65-Jährigen düster aus. Gisela Happe bekam die Kündigung für ihren unbefristeten Mietvertrag. Nach einigen Monaten der Suche atmet sie nun auf. In einer alten Schule an der Hubert-Hermes-Straße hat sie einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

„Es war eine lange ungewisse Zeit, ich bin froh, dass die Sache gut ausgegangen ist“, sagt Happe. Dass die Zeit an der Aldekerkstraße enden würde, ging schon 2020 als Gerücht um, nachdem die Jugendberufshilfe im Gebäude ausziehen musste. „Für die Arbeit eines Künstlers ist so eine Ungewissheit wie eine kreative Bremse.“ Immer wieder drehen sich die Gedanken um die Frage, ob es sich noch lohnt, mit aufwendigen Vorbereitungen für eine Ausstellung zu beginnen oder ob es praktischer ist, schon mal auf die Suche nach neuen Räumen zu gehen und die Sachen zu packen. Die schriftliche Nachricht für das Aus bis Ende des Jahres kam im März, und Gisela Happe merkte, dass ein neues Atelier zu finden, nicht leicht sein würde. Eine Möglichkeit im Atelierhaus an der Sittarder Straße zum Beispiel platzte kurzfristig. „Aber dort wäre mir die Miete vermutlich ohnehin zu hoch gewesen.“ Statt 3,50 Euro pro Quadratmeter wie zuvor wären dort nämlich schon fünf Euro fällig gewesen.

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In solchen Situationen hilft das Düsseldorfer Kulturamt, das in der Stadt viele Gebäude und Räume angemietet hat und sie als Ateliers an Künstler vermietet. „Parallel zum steigenden Wohnraumbedarf wächst auch das Interesse an Atelierflächen“, sagt eine Sprecherin. Ortsübliche Mieten jedoch seien für die meisten Künstler nicht bezahlbar. „So bemüht sich das Kulturamt dauerhaft um Lösungen, dieser Situation gerecht zu werden, die Nachfrage jedoch ist höher als das aktuelle Angebot an Flächen“, so die Sprecherin.

Nach einiger Recherche und etwas Wartezeit hatte Gisela Happe Glück. Im Erdgeschoss der alten Schule an der Hubert-Hermes-Straße wurde ein Raum frei. „Bei der Aktion Kunstpunkte Ende August habe ich noch an der Aldekerkstraße die Besucher empfangen, dann habe ich schnell meine Sachen gepackt und zog um.“ Das ehemalige Klassenzimmer bietet ausreichend Platz für Arbeitstische, Farben, Regale und Stauraum. Und weil die Wände 3,80 Meter hoch sind, gibt es genug Möglichkeiten für größere Bilder. „Jetzt bin ich total glücklich hier“, sagt Happe. „Dem Kulturamt bin ich sehr dankbar.“

Mehrere Ausstellungen bereitet sie nun vor, wann sie wieder ihre aus Acrylmalerei und Fotografien kombinierten Bilder öffentlich präsentieren kann, ist wegen der Corona-Pandemie ungewiss. „Aber ich freue mich jetzt schon auf die Kunstpunkte im nächsten Sommer.“ Mehr Infos über die Künstlerin gibt es online auf www.giselahappe.de.