Im Wasserturm Düsseldorf: Modelleisenbahner treffen sich wöchentlich

Modelleisenbahner in Düsseldorf : Eine Welt, in der sich alles um die Schienen dreht

15 Modelleisenbahner treffen sich jeden Mittwoch, um von Mittag bis Abend an ihrer kleinen Welt zu planen, zu basteln und zu schrauben. Sie verbindet dabei vor allem die große Liebe zum Detail.

Eine kleine Welt ist auf knapp 20 Quadratmetern im Wasserturm auf dem Gelände der Deutschen Bahn entstanden. Hier wird geheiratet, im Biergarten gefeiert, und eine Seilbahn bringt Touristen einen Berg hinauf. Doch all das ist Nebensache, denn im Grunde geht es nur um die Eisenbahnen, die kreuz und quer durch die Landschaft fahren.

Seit 2011 besteht die Modellbahngruppe „Im Wasserturm“, die vom Bahnsozialwerk unterstützt wird. Etwa 15 Modelleisenbahner treffen sich jeden Mittwoch von Mittag bis Abend, um an ihrer kleinen Welt zu planen, zu basteln und zu schrauben. „Es ist diese unglaubliche Liebe zum Detail, die mich begeistert“, sagt Werner Heckmann.

Er selbst hat beruflich nichts mit der Bahn zu tun – und gehört damit in der Gruppe zu einer Minderheit. Mehrere Lokführer, Techniker und sonstige, teils verrentete, Bahnangestellte zwischen 24 und 84 Jahren haben ihren Beruf zum Hobby gemacht. Und sie sind genau: „Wir bauen das Bahngelände, auf dem wir uns befinden, nach, aber so, wie es in den 1960er Jahren gewesen ist“, sagt Gerald Schulze.

Dafür hat er die originalen Bauzeichnungen aus dieser Zeit an Land gezogen. Die Bauten, die zum Teil heute noch stehen, haben die Gruppenmitglieder teils selbst hergestellt. Rund herum ist eine erfundene Welt entstanden, mit einer Burg, einem kleinen Fluss nebst Ruderboot – und natürlich jeder Menge Gleisen.

Rund 300 Meter Schienen haben Gerald Schulze und seine Mitstreiter verlegt. Mit Steuerungssoftware, Elektronik und den verschiedenen Modellen ist über die Jahre ein Betrag von etwa 50.000 Euro zusammengekommen. 15 Euro zahlt jedes Mitglied pro Monat in die Vereinskasse, das Geld fließt in neue Teile für die Eisenbahn-Landschaft.

Viele, aber nicht alle der Gruppenmitglieder haben zu Hause eigene Modelleisenbahnen. „Aber in der Gruppe macht es deutlich mehr Spaß“, findet Christian Mann, der seinem Sohn ein Bahn-Modell geschenkt hat. Gerald Schulze erzählt von den verschiedenen Interessen der Modelleisenbahner: „Manche wollen besonders realistische Fahrzeuge, andere erarbeiten gern die Schienenführung, manchen geht es darum, möglichst kreative Landschaften drumherum zu entwerfen“, sagt er. In der Gruppe könne man all diese Interessen vereinen und so mehr schaffen, als es allein möglich wäre.

In der Modellbahn-Szene gibt es einen hohen Altersdurchschnitt. „Viele junge Menschen wollen nicht mehr mit der Hand arbeiten“, beklagt Schulze. Einige seiner Gruppenmitglieder waren sogar noch als Lokführer bei der Reichsbahn.

Schulze selbst hat seine erste Modellbahn zu Weihnachten 1963 bekommen. Damals hat den ehemaligen Lokführer das Bahn-Fieber gepackt, und es hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Weder beruflich noch privat.

Info Die Modelleisenbahner suchen Verstärkung. Interessenten können sich unter www.modellbahn-bw-duesseldorf.de informieren oder Gerald Schulze kontaktieren unter geraschu@gmx.de oder 0160 97433719.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Modelleisenbahner in Düsseldorf und ihre Miniaturwelt

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