Hier kann man Qi Gong in Düsseldorf ausprobieren

Qi Gong im Hofgarten : Das 4500 Jahre alte Entspannungsrezept

Die alte chinesische Bewegungsform Qi Gong ist effektiver als Yoga, verspricht Trainerin Gabriela Mai. Beim Aktionstag im Hofgarten konnten Neugierige das jetzt ausprobieren.

Wer Gabriela Mai dabei beobachtet, wie sie die chinesische Entspannungstechnik Qi Gong betreibt, könnte glauben, jede ihrer Bewegungen sei federleicht. Doch spätestens, nachdem man es einmal selbst probiert hat, ändert sich dieser Eindruck. Denn der Weg zur Entspannung mit Qi Gong bedarf großer Muskelkraft; das durften Neugierige jetzt beim „World Qi Gong Day“ im Hofgarten am eigenen Leib erfahren.

Qi Gong gibt es schon seit mehr als 4500 Jahren. Es soll Stress abbauen und gleichzeitig Entspannung fördern. Auch die Körpermuskulatur wird durch die Übungen, die zuweilen sehr anstrengend sein können, trainiert. Auch wenn Qi Gong auf den ersten Blick viel mit Yoga gemeinsam zu haben scheint, unterscheiden sich die beiden Techniken stark voneinander, wie Qi-Gong-Lehrerin Gabriela Mai berichtet: „Qi Gong ist effizienter als Yoga“, ist sie überzeugt. Während die Übungen beim Yoga oft statisch seien, sei der Körper beim Qi Gong ständig in Bewegung.

18 verschiedene Ausdrucksformen beinhaltet das Übungssystem. Außer der Bewegung des Körpers kommt es bei der Durchführung der Übungen vor allem auf die Atmung an. Wissenschaftliche Studien aus China sehen die positiven Wirkungen von Qi Gong auf den Körper als bestätigt. Doch hierzulande gibt es auch kritische Stimmen, die diese Einschätzung nicht teilen und die gesundheitlichen Effekte als nicht erwiesen betrachten.

Gabriela Mai betreibt seit vielen Jahren Qi Gong. Nach einer langjährigen Tätigkeit in Führungspositionen verschiedener großer Unternehmen litt sie irgendwann an einem Burn-out, woraufhin sie begann, sich mit Qi Gong auseinanderzusetzen. Erst nur für sich selbst, später als Lehrerin. So ließ sie sich unter anderem in den vergangenen drei Jahren in Belgien durch einen chinesischen Großmeister zu einer Lehrerin mit Diplom ausbilden. In ihrem Studio in Friedrichstadt bietet sie regelmäßige Kurse für Interessierte an.

Viele ihrer Kunden dort kommen seit vielen Jahren zu ihr und sind von den positiven Effekten überzeugt. Sandra Sliwka betreibt Qi Gong seit rund einem Jahr regelmäßig. Außer der Suche nach Stressbewältigung und Entspannung, waren es vor allem körperliche Probleme, die sie zu Gabriela Mai brachten. „Ich hatte vorher oft Rückenprobleme, die seitdem jedoch viel weniger geworden sind“, erzählt sie.

Besonders für Anfänger ist es wichtig, Qi Gong unter professioneller Anleitung durchzuführen, auch wenn diverse Bücher oder Online-Videos zu Selbstversuchen anregen wollen. „Bei einer falschen Haltung drohen Verletzungen“, mahnt Gabriela Mai. Daher präsentiert sie ihren Schülern nicht nur die einzelnen Übungen, sondern achtet bei jedem von ihnen auch penibel auf die richtige Körperhaltung.

Davon konnten sich Neugierige beim World Qi Gong Day im Hofgarten selbst überzeugen. Für Gabriela Mai eine Chance, die Übungen einem breiteren Publikum zu präsentieren. Doch auch wenn das Wetter mitspielte, hielt sich der Andrang bei der Veranstaltung in Grenzen. Trotzdem trauten sich einige Interessenten an den Stand nahe dem Ehrenhof, um Qi Gong einmal unverbindlich auszuprobieren.

Unter ihnen war auch Grete Zieger, die bis dahin nur mit Yoga Erfahrungen gemacht hatte. „Mir gefällt bei Qi Gong besonders das bewusste Atmen“, sagte sie. So fiel auch insgesamt ihr Fazit positiv aus: „Ich kann mir gut vorstellen, damit weiterzumachen“, sagte sie nach der Übungseinheit.

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