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Gastronomie und Corona in Düsseldorf

Gastronomie und Corona : Immer mehr Restaurants starten einen Außer-Haus-Verkauf

Viele Gastronomen nutzen die Chance, durch Speisen zum Mitnehmen oder als Lieferdienst die Existenz des Geschäfts zu sichern.

Im Café Süd Am Südfriedhof 20 hatte Inhaber Lutz Winter vor Ostern erstmals einen Lieferdienst organisiert. Die Premiere war erfolgreich, so dass er ab 1. Mai noch einmal Menüs für „außer Haus“ kocht. Diesmal ein Komplettangebot mit Spargel, Schnitzel, Suppe, Kartoffeln und Hollandaise. Es kostet 22 Euro. Die Gäste können es abholen oder sich an ihre Adresse bis etwa zwei Kilometer vom Café entfernt liefern lassen. Reich wird Lutz Winter aber nicht durch diesen Service. „Spargel ist teuer, der Arbeitsaufwand hoch – wirtschaftlich gesehen hoffe ich auf einen kleinen Gewinn“, sagt er. Bestellt werden kann unter Telefon 0211 99616599.

Eigentlich müsste die große Terrasse vom Restaurant Kurhaus im Volksgarten bei dem schönen Wetter zurzeit voller Gäste sein. Tische und Stühle jedoch sind nicht besetzt. Damit die Spaziergänger ein wenig versorgt werden, gibt’s jetzt eine kulinarische Versorgung für unterwegs. Die Mitarbeiter haben einen Grill aufgebaut und verkaufen mittwochs bis sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr Würstchen, Waffeln und Getränke. Die Kunden halten gern den vorgegeben Abstand beim Anstellen ein. „Wie bei allen Take-Aways gilt, dass der Verzehr erst in einer Entfernung von mindestens 50 Metern von der Essensausgabe erlaubt ist“, sagt Mitarbeiterin Hanna Lipski.

Auch das „7 Sundays“ hat sich entschlossen, für das „Außer Haus“-Geschäft wieder zu öffnen. Das Frühstückslokal an der Lorettostraße hatte Mitte März erst einmal dicht gemacht, ein Lieferdienst konnte auf die Schnelle nicht organisiert werden. Seit einigen Tagen aber ist die Tür wieder geöffnet. „Auf unserer Website thesevensundays.de können Speisen und Getränke zur Abholung oder Lieferung zwischen 9 und 14 Uhr vorbestellt werden“, sagt Mitarbeiterin Laura Zwaka. Bei den etwas fragilen Speisen werden die Komponenten wie Pancakes, Creme und Soße einzeln geliefert, der Gast kombiniert sich die Speise dann selbst.

Improvisiert hat auch Emanuele Caruso den Speisenverkauf in seiner Trattoria Gallo Nero an der Binterimstraße in Bilk. Werktags von 12 bis 18 Uhr öffnet der Gastronom ein einfaches Fenster zur Straße und reicht nach telefonischer Bestellung unter 0211 31 79 303 jeden Tag ein neues Gericht zum Mitnehmen an die Gäste. Dieser Fensterverkauf sichert dem Restaurant das Bestehen, die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Zum besten deutschen Alltagsrestaurant hat das Portal TripAdvisor das „La Luce Due“ an der Ecke Dorotheen-/Ackerstraße gekürt. Das Restaurant (90 Plätze innen/20 außen) hatte mit seinen fast 20 Angestellten das beste Jahr seiner Geschichte vor sich, dann kam der Absturz wegen Corona. Nun startet der Take-Away-Verkauf, damit etwas Geld hereinkommt. Jeden Tag von 13 bis 21.30 Uhr gibt es ab Mittwoch zehn bis zwölf Vorspeisen, zwölf Pasta-Gerichte sowie eine kleine Tageskarte, unter anderem mit einem Fleisch- und einem Fischgericht. Abgegeben wird zudem mit kleinem Aufschlag vom Uerige Alt und Fassbrause sowie Weiß- und Rotweine. Bestellt werden kann unter 0211 6912645 oder per WhatsApp unter 0157 85546710. Aufträge ab 25 Euro werden kostenlos geliefert.

Kerstin Schwan bietet nun in allen vier Schwan-Restaurants Take-Away an. Neben Stern- und Frankenstraße offerieren nun auch die Standorte Burgplatz und Neuss (Markt 36) ihre Speisen von 12 bis 20.30 Uhr.