Veranstaltungstipps Kultur für Kurzentschlossene

1 · Tanz als Form des Widerstands, Schubert als Revolutionär und Goethe als Modeschöpfer: Tipps für Veranstaltungen in dieser Woche.

 Im Tanzhaus NRW ist das Ensemble Via Katlehong zu Gast und zeigt den Tanzstil „Pantsula“.

Im Tanzhaus NRW ist das Ensemble Via Katlehong zu Gast und zeigt den Tanzstil „Pantsula“.

Foto: © Christian GANET/© Christian Ganet

Tanzhaus NRW Die südafrikanische Kompanie Via Katlehong sieht Tanz als ein wichtiges Instrument des Widerstands und Teil ihrer Mission. Sie ist benannt nach einem Township bei Johannesburg. Ohne zu beschönigen zeichnet die im Jahr 1992 gegründete Kompanie das Bild einer Post-Apartheid-Gesellschaft, geprägt von Korruption, Enttäuschungen, Arbeitslosigkeit und Kriminalität, aber auch Hoffnung. Ausdruck ihres Protests ist der „Pantsula“, der dynamische, mit Gummistiefeln vollzogene Tanzstil der ehemaligen Townships. Das Stück „Via Kanana“ hat der südafrikanische Choreograf Gregory Maqoma in Zusammenarbeit mit Buru Mohlabane, künstlerischer Direktor des Ensembles, kreiert. Aufführungen sind am Donnerstag und Freitag, 20 Uhr, im Tanzhaus NRW.

Kunstsammlung K20 Die belgische Choreografin und Tänzerin Anne Teresa De Keersmaeker (Jahrgang 1960) gehört Fachleuten zufolge zu den wichtigsten Vertretern der internationalen Tanzszene und trägt seit Jahren mit ihren vielfach ausgezeichneten Arbeiten entscheidend zur Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes bei. Für die Grabbehalle des K20 hat sie nun eine adaptierte Fassung ihrer Choreografie „Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich“ entwickelt. Stündlich während der Öffnungszeiten um 12 Uhr ist die Performance zu erleben.

Oper Schon beim Komponieren seines Oktetts D 803 wusste Franz Schubert, dass das Werk alle bisher üblichen Grenzen der Kammermusik sprengen würde und eher als Sinfonie in kleiner Besetzung zu bezeichnen wäre. Nach seiner Vollendung 1824 stand fest, dass ihm eine bahnbrechende Komposition gelungen ist, die in ihren musikalischen Architekturen als genial leichtfüßig balancierende Gratwanderung zwischen Heiterkeit und Dramatik daherkommt. Zu erleben ist dieser Meilenstein der Musikgeschichte mit weiteren Werken von Schubert, Carl Maria von Weber und Camille Saint-Saëns in der 2. Symphoniker-im-Foyer-Matinee am Freitag, 11 Uhr, im Foyer der Oper.

Tonhalle Er gilt als bekanntester Gospel-Chor in Europa. Mit seinen 20 Protagonisten begeistert der „Oslo Gospel Choir“ sein Publikum in einzigartiger Weise. Der große internationale Erfolg des Chores zeigt sich in 1,5 Millionen verkauften Alben, zahlreichen Fernsehauftritten und Auszeichnungen. Der Chor kommt nun aus Norwegen für ein Konzert nach Düsseldorf, und zwar in die Tonhalle im Ehrenhof am Freitag, 19 Uhr.

Goethe-Museum Was interessiert einen Modeschöpfer der Gegenwart an den Farbtafeln von Johann Wolfgang von Goethe? „Ihre Modernität. Man denkt an das Bauhaus oder an psychedelische Optiken aus den 1960er- oder 70er-Jahren, aber nicht an Goethe“, sagt Albert Kriemler, der die Kollektion vom Modehaus Akris entwirft. Bei den Prêt-à-porter-Modenschauen Anfang 2019 in Paris zeigte Albert Kriemler eine Kollektion, deren Drucke und andere Gestaltungen von drei Tafeln aus Goethes „Farbenlehre“ stammen. Eine Ausstellung der Arbeiten ist noch bis Sonntag zu sehen.

Jazz-Schmiede Smooth Shake heißt das Programm, mit dem die WDR-Big-Band und der Belgier Bert Joris am kommenden Samstag, 20.30 Uhr, in der Jazz-Schmiede gastieren. Bert Joris ist Trompeter, Komponist, Bandleader und Pädagoge. Begonnen hatte Joris mit einer klassischen Ausbildung an Klavier, Geige und Kontrabass, mit dem Trompetenspiel fing er im Alter von 14 Jahren an.

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