Veranstaltungstipps : Kultur für Kurzentschlossene

Sternstunde im Marionettentheater, große Liebe in der Oper, Pianistinnen im Robert-Schumann-Saal – Tipps für Veranstaltungen in dieser Woche.

Marionettentheater Die „Sternstunde“ ist ein Theaterstück, das ohne Worte auskommt. In pantomimischen Szenen führen drei Spieler in offener Spielweise vor schwarzem Hintergrund kurzgeschnürte Marionetten, Masken und Flachfiguren. Dazu erklingt für das Stück komponierte Schlagzeugmusik von Christian Roderburg. Thema der Vorstellungen am Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, 20 Uhr, sowie Sonntag, 17 Uhr, ist der Kreislauf des Lebens, der anhand eines aus einem Stern geborenen Marionettenwesens erzählt wird.

Kom(m)ödchen Reverend Rebers ist zwar nur ein Arbeiter im Pointenberg des Herrn, aber mit der Wahrheit nimmt er es sehr genau. Denn wenn man Wahrheiten, die einem nicht passen, in den Schrank sperrt, werden sie giftig. Damit nicht die Falschen den Giftschrank öffnen, macht er es lieber selber. Andreas Rebers feiert mit seinem Programm „Ich helfe gern“ Donnerstag, 20 Uhr, Premiere im Kom(m)ödchen.

Oper Romeo und Julia sind wahrscheinlich das berühmteste Liebespaar aller Zeiten. Die Oper am Rhein zeigt Samstag, 19.30 Uhr, die Adaption des Shakespeare-Stücks von Charles Gounod: Romeo und Juliette verlieben sich in einer Augustnacht. Das Problem: Juliette soll am nächsten Morgen heiraten.

Robert-Schumann-Saal Im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr treten die Zwillingsschwestern Christina und Michelle Naughton am Freitag, 20 Uhr, auf. Die Musik ihrer amerikanischen Heimat ist den Pianistinnen aus Wisconsin ein Herzensanliegen. So stehen mit einer Bearbeitung von Melodien aus Leonard Bernsteins Oper „Candide“ und John Adams’ „Short ride in a fast machine“ Werke von Komponisten aus den USA auch bei ihrem dritten Festival-Auftritt im Mittelpunkt.

Malkasten Mit dem Creamcheese an der Neubrückstraße eröffnete 1967 die für die damaligen Verhältnisse wohl spektakulärste Kneipe der deutschen Szene. Musiker und Künstler gingen dort ein und aus, Namen wie Frank Zappa, Günther Uecker, Kraftwerk und Joseph Beuys sind mit der legendären Kneipe verbunden. Am Samstag, 20 Uhr, lässt die Party „Creamcheese zu Gast im Malkasten“ mit Musik von Caravan, CAN, Patti Smith Group, Crosby and Stills alte Zeiten aufleben.

Tanzhaus NRW Im Jahr 1999 versuchten zwei Jungen aus Guinea im Fahrwerk eines Flugzeugs nach Europa zu gelangen. Als Yaguine Koita und Fodé Tounkara in Belgien ankamen, wurden sie tot aufgefunden. Bei sich hatten sie einen Brief, in dem sie die Situation in Guinea und ihre Sehnsucht nach einem Leben in Europa beschreiben. 2019 ris­kieren wieder Menschen ihr Leben und versuchen, in Europa zu überleben. Der Choreograf und Tänzer Raimund Hoghe erarbeitete dazu das Stück „Lettere amorose 1999-2019“. Die deutsche Erstaufführung ist Samstag, 20 Uhr.

Schauspielhaus Der namenlose Erzähler aus Chuck Palahniuks Roman „Fight Club“ lebt im Zustand völliger Entfremdung. Er ist entfremdet von seiner Arbeit, seinen Mitmenschen, seinen eigenen Gefühlen. Dieser Erzähler trifft auf Tyler Durden – und er begreift so, dass er nicht allein ist mit diesem Gefühl.  Hausregisseur Roger Vontobel, der zuletzt seine Inszenierung von „Hamlet“ zeigte, bringt den Roman zur Uraufführung – am Samstag, 19.30 Uhr, im Schauspielhaus. Heute ist um 19.30 Uhr eine öffentliche Probe als Voraufführung, dafür entfällt, die Vorstellung von „Boys don’t cry und girls just want to have fun“.

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