Freier Eintritt in die Düsseldorfer Museen

Gratis die Kunst in Düsseldorf erleben: „Eintritt frei“ kommt gut in den Museen an

Sieben städtische Kunsthäuser öffnen sonntags, ohne Geld von den Besuchern zu nehmen.

An der Kasse im Filmmuseum herrschten am Mittag erst einmal einige Zweifel. „Stimmt das wirklich, das mit dem freien Eintritt?“, fragte ein Ehepaar vorsichtig. Mirjam Parakowski nickte: „Ja, jeden Sonntag für ein Jahr ist bei uns der Besuch kostenlos“, sagte die Museumsmitarbeiterin an der Kasse. „Sie können die Dauerausstellung über die Welt des Films besuchen und die Sonderschau über visuelle Filmeffekte.“ Das Angebot nahmen Tanja und Ilir Bajraj gern an. „Wir sind nach dem Frühstück extra aus Hattingen nach Düsseldorf gekommen, um den Tag in den Museen zu verbringen“, sagte der Vater zweier Kinder. Als Kino-Fans haben sich die Bajrajs das Filmmuseum ausgesucht und sahen sich unter anderem Gerd Fröbes „Hotzenplotz“-Kostüm an sowie Originalmodelle aus „Star Trek“ und „Die unendliche Geschichte“. „Das ist unser erster Besuch hier – es macht echt Spaß.“

Dass das Filmmuseum durch den kostenlosen Sonntag neue Besucher wie die Bajrajs erreichte, freut Matthias Knop. „Es ist eine gute Sache“, findet der stellvertretende Museumsdirektor. „Durch den freien Eintritt kommen nun Menschen, die uns noch nicht kannten oder Familien, die sich das Ticket nicht so einfach leisten konnten“, sagte er. Das schlug sich am Abend auch in den schlichten Zahlen nieder. Gut 700 Besucher registrierte Mirjam Parakowski. „Verdreifacht hat sich die Zahl auf jeden Fall“, sagt sie.

Eine gute Besucherfrequenz registrierte auch Wilko Beckmann vom Hetjens Keramikmuseum. „Fast vier Mal so viele Besucher im Vergleich zu den bisherigen Sonntagen haben das Museum besichtigt“, hat er registriert. Der Besucherzustrom hielt den gesamten über Tag an und war gegen Mittag besonders stark.

So waren auch Lilo und Volker Depa aus Korschenbroich gekommen. „Wir haben es mit Freude in der Zeitung gelesen und nutzen das etwas graue Wetter mal wieder für einen Besuch im Hetjens“, erzählte Lilo Depa, die mit ihrem Ehemann häufig in die Düsseldorfer Museen geht – und zwar ganz in Ruhe. „Wir sehen uns alles mit viel Zeit an, um die Ausstellung richtig zu genießen.“ Dass in der Nähe noch weitere Museen kostenlos zu sehen zu besuchen waren, blieb erst einmal außen vor. „Es gibt ja noch mehr Sonntage, da kommen wir gern wieder“, sagten die Depas.

Etwas mau lief der Sonntag im Stadtmuseum an. Gegen Mittag gingen nur wenige Interessenten durch die Sammlungen von Kunst, Kunstgewerbe, Archäologie, Fotografie und Mode. Am Nachmittag aber kamen mehr als 80 Gäste, um an einer Führung mit dem Titel „Vom Dorf zur Großstadt – Wie unser Düsseldorf wuchs“ teilzunehmen – kostenlos, versteht sich. „Das sind auffallend mehr als bei vergleichbaren Führungen“, sagte Elena Zehnpfennig, die als Historikerin die große Gruppe mit Informationen über die Stadtgeschichte versorgte. „Ein Herausforderung an meine Stimme“, fand sie, meisterte die etwa 90 Minuten aber spielend.

Auch sonst war das Stadtmuseum über den Nachmittag gut frequentiert. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz am ersten eintrittsfreien Sonntag“, fasste Museumsdirektorin Susanne Anna zusammen. Der Besuch habe viele Familien sehr viel Spaß gemacht, so dass sie gerne an einem weiteren eintrittsfreien Sonntag wiederkommen würden. „Das Stadtmuseum ist als eine Plattform der Vielfalt von Menschen und Lebensformen sowie der Barrierefreiheit für alle Menschen da. Daher sollte es immer bei freiem Eintritt für jeden Bürger zugänglich sein“, sagte Susanna Anna zufrieden.

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