Festival „tanz nrw“ zeigt fünf Produktionen im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Veranstaltungstipps : Herausragende Tanzproduktionen

Das Festival „tanz nrw“ präsentiert vom 8. bis 19. Mai 24 besondere Produktionen in neun Städten. Auch in Düsseldorf gibt es fünf Stücke zu sehen.

Alle zwei Jahre ermöglicht das Festival „tanz nrw“ einen konzentrierten Blick auf die zeitgenössische Tanzszene in Nordrhein-Westfalen. Ausgewählt wurden 24 Tanzstücke mit gesellschaftlich relevanten Themen, die in neun Städten im Land, darunter Bonn, Köln und Essen gezeigt werden. In Düsseldorf beteiligt sich das Tanzhaus NRW vom 8. bis 19. Mai am Festival. Dort werden fünf Tanzproduktionen gezeigt und ein Rahmenprogramm angeboten.

Bodies and Structure In der Arbeit der Düsseldorfer Choreografin Alexandra Waierstall begegnen Körper einander sowie der monumentalen Skulptur „Arena“ der US-amerikanischen Künstlerin Rita Mc­Bride. Die enorme Steigung der Arena nutzen die zehn Tänzer, um ihre Bewegungsbahnen vom flachen Raum in die Vertikale zu verlegen. Die einstündige Uraufführung ist vom 9. bis 11. Mai jeweils um 20 Uhr zu sehen.

Sprungbrett Um junge Künstler stärker zu unterstützen, bietet tanz nrw das Nachwuchsformat „Sprungbrett < > Tanzrecherche NRW“ an. Zwei Kollektive erhielten die Möglichkeit bei Pact Zollverein in Essen und im Düsseldorfer Tanzhaus NRW unter Einbeziehung der dortigen Dramaturgen und ohne Produktionsdruck zu forschen und ihre Ideen zu entwickeln. Einen Zwischenstand ihrer choreografischen Recherche wird am Samstag, 11. Mai, um 18 Uhr gezeigt.

Atara Die Kölner Choreografin Reut Shemesh nimmt mit „Atara“ Weltbilder von Frauen in den Blick, die nach den Maßgaben des jüdisch-orthodoxen Glaubens leben oder sich an säkularen Werten orientieren. Gemeinsam fragen sie danach, was Weiblichkeit, weibliche Sexualität und ihr Platz in Familie und Gesellschaft sein können. Dabei werden gleichermaßen Klischees, Vorurteile und die eigene Lebensweise hinterfragt. Das einstündige Stück wird am 14. und 15. Mai, jeweils um 20 Uhr gezeigt. Am Mittwoch kann um 19 Uhr eine Einführung in das Werk besucht werden, zudem wird das Stück selbst mit deutscher Gebärdensprache begleitet.

Robozee vs. Sacre – Tanz ohne Ende Hier nimmt es der urbane Tänzer Christian „Robozee“ Zacharas mit Igor Stravinskys „Le Sacre du Printemps“ auf. Zur Uraufführung des Balletts 1913 sorgten der Komponist Igor Strawinsky und der Choreograf Vaslav Nijinsky nicht nur für einen handfesten Bühnenskandal, sie markierten ebenso die Geburtsstunde der Tanzmoderne. Über 200 Choreografen haben sich seit dieser Zeit mit dem Werk bereits auseinandergesetzt. Christian Zacharas erzählt den „Sacre“ nun erstmals als zeitgenössisch-urbanes Solo. Zu sehen ist seine Interpretation am Freitag, 17. Mai, um 20 Uhr.

Lettere amorose, 1999 – 2019 Im Jahr 1999, als der in Düsseldorf beheimatete Choreograf, Tänzer und Autor Raimund Hoghe „Lettere amorose“ in Brüssel probte, versuchten zwei Jungen aus Guinea im Fahrwerk eines Flugzeugs nach Europa zu gelangen, kamen dort tot an. Bei sich hatten sie einen Brief, in dem sie ihre Sehnsucht nach einem Leben in Europa beschreiben. Zurzeit riskieren wieder Menschen ihr Leben, um nach Europa zu gelangen. Das war einer der Gründe, warum Raimund Hoghe „Lettere amorose, 1999 – 2019“ neu erarbeitete. Diesmal stehen auch Briefe von in Deutschland lebenden Türken und ein Brief der Dichterin Else Lasker-Schüler, die nach dem Ersten Weltkrieg einen Freund in der Schweiz um Asyl bittet, im Zentrum. Die Deutsche Erstaufführung wird am Samstag, 18. Mai, um 20 Uhr gezeigt.

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