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Ferienprogramm der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Ferienaktion in Düsseldorf : Als Affe Max im Zoo auf Fahrrädern fuhr

Im Ferienprogramm der Mahn- und Gedenkstätte gibt es auch Führungen für Kinder durch den Zoopark. Dabei erfahren die Teilnehmer viel über den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Tierpark. Es gibt noch zwei Termine im August.

Dass die Tiere im ehemaligen Düsseldorfer Zoo wenig Platz hatten, fiel Thea (10 Jahre), Hannah (10) und Hilda (11) sofort auf. „Das Wolfsgehege ist aber klein“, stellt Thea mit einem Blick auf die historische Karte des Zoos fest. „Wölfe brauchen aber doch viel Auslauf.“ Den gab es damals aber nicht. „Selbst für damalige Verhältnisse war der Düsseldorfer Zoo schon klein. Wie man vor dem Zweiten Weltkrieg noch mit Tieren umgegangen ist, dass würde man heute nicht mehr machen“, erläutert Museumspädagogin Anna Schlieck. „Früher warteten viele Leute vor den Gehegen so lange, bis die Tiere Kunststückchen machten, die ihnen die Wärter beigebracht hatten. Auch solche Dressurnummern gibt es den heutigen Zoos nicht mehr.“

Schlieck leitet die Bildungsarbeit der Mahn- und Gedenkstätte. „Wir erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und an die Menschen, die von den Nazis ausgegrenzt und verfolgt wurden, also auch an die Zeit, in der der Düsseldorfer Zoo zerstört wurde“, erklärt Anna Schlieck den drei jungen Zoobesucherinnen. Sie hatten sich für den Zoopark-Rundgang im Rahmen des Düsseldorfer Ferienprogramms angemeldet. Eigentlich hätten sieben Kinder ab zehn Jahren an dem Angebot teilnehmen dürfen. „Mit der Mahn- und Gedenkstätte verbinden viele Düsseldorfer aber leider kein Ferienprogramm für Kinder“, gesteht Schlieck. „Deshalb schauen nur wenige bei uns im Programm nach, was ihre Kinder in den Sommerferien machen können.“

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Schade, denn Schlieck dringt tief in die Historie des Zooparks ein. Viele Informationen vermittelt die Fachfrau durch alte Schwarz-Weiß-Fotos, modern präsentiert auf einem Bildschirm im Gedenkstätten-Lastenrad. Auch zu sehen sind alte Karten und zu hören sind Tondokumente sowie Interviews mit Zeitzeugen, deren Stimmen aus einer Box erklangen.

„Bereits 1876 wurde der Zoo eröffnet. Er war ein beliebter Ausflugsort mit Cafés und einem Restaurant“. erzählte Schlieck. „Der Zoopavillon ist ein Teil der Originalbebauung. Der Rest wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört.“

Die Tiere waren bereits 1940 umgesiedelt in andere Zoos, die in Städten lagen, die nicht so sehr vom Bombenkrieg bedroht waren wie Düsseldorf. Dabei war der Zoo gar nicht das eigentliche Ziel, sondern die nahe gelegenen Bahnstrecken sollten getroffen werden, um die Nachschublinien zu unterbrechen.

Thea, Hannah und Hilda hatten zwar schon gewusst, dass das Stadtviertel Zoo so heißt, weil dort einmal der Zoo gewesen ist, aber so viel über die Geschichte wussten sie dann doch nicht. Neu war auch, dass es einmal einen Affen namens Max gegeben hat, der sogar auf einem Fahrrad fahren konnte. Und dass es nach dem Krieg Initiativen gegeben hat, den Zoo wieder aufzubauen oder dass erst ein Gerichtsentscheid nötig war, bevor der Aquazoo gegründet und der alte Zoo zu einem Park umgewandelt wurde.

Vieles erinnert noch an die ursprüngliche Nutzung des Geländes, wie etwa die Freitreppe am Teich. Sie führte direkt zum Zoo-Restaurant, der Verlauf der Hauptwege ist noch immer mit den alten Zoowegen identisch. „Fast überall wo es heute Freiflächen gibt, gab es damals Gehege“, berichtete Anna Schlieck. Das alles und noch viel mehr können Kinder an zwei weiteren Terminen erfahren.