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Düsseldorf-Unterbilk: Weihnachtsbeleuchtung an der Lorettostraße droht Aus - Geldmangel

Weihnachten in Düsseldorf-Unterbilk : Für die Loretto-Weihnachtslichter fehlt Geld

Der Weihnachtsbeleuchtung an der Lorettostraße in Düsseldorf-Unterbilk droht in diesem Jahr das Aus. Die Händlergemeinschaft hat eine ungewöhnliche Idee, um die Finanzierung für die baumelnden Lampenschirme zu sichern.

In den vergangenen Jahren gingen über der Lorettostraße ganz besondere Lichter an. Seit 2017 nämlich ließen die Händler mehrere Kabel von einer Straßenseite zu anderen spannen und befestigen an diese Stromleitungen mehr als 100 Lampenschirme mit Glühbirnen. „Das wurde mit den Jahren ein bekanntes Wahrzeichen für uns und ganz Unterbilk“, sagt Karin Hammermann. Sie ist eine von fast 90 Geschäftstreibenden, die mit ihrem Geld die Aktion finanziert haben. Für die kommende Adventszeit könnte die Lorettostraße aber düster bleiben. Noch ist nicht das ganze Geld da, um die Lichterdekoration zu finanzieren.

„Der Auf- und Abbau sowie das Prüfen der Leitungen kosten mehrere 1000 Euro“, sagt Karin Hammermann, die an der Lorettostraße ein Modegeschäft führt. Die sonst teilnehmenden Geschäftsleute wären noch sehr zurückhaltend, bis zur nötigen Summe fehlt noch ein großer Teil – und das wenige Tage, bevor mit den Vorbereitungen begonnen werden sollte.

Hammermann macht immer wieder eine Tour zu den nahen Geschäften und Restaurants, um nach Teilnahme zu fragen, „das ist sehr zeitaufwendig und hat bis jetzt noch nicht den Erfolg gebracht.“ Ihre Idee: Erstmals ruft Karin Hammermann auch die Anwohner auf, sich finanziell an der Lampenschirmaktion zu beteiligen. „Wer die Beleuchtung immer schön fand und sie wieder sehen möchte, kann gern mitmachen und Geld spenden.“

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Dass viele Unterbilker schon die hängenden Lampenschirme erwarten, merkte jüngst Marc Siodla vom Restaurant K. „Unsere Gäste fragen schon seit einiger Zeit, wann die Lampen wieder angehen“, sagt er. Die Atmosphäre durch die zahlreichen Lichtquellen in etwa zehn Metern Höhe wäre immer ganz einzigartig gewesen, „ansonsten ist die Winterzeit ja düster und trostlos.“

In der durch die Corona-Pandemie ohnehin etwas angespannten Lage sei es besonders wichtig, Licht in die Stadt zu bringen. Dass die Lorettogemeinschaft nun öffentlich macht, dass Geld fehlt und Bürger zum Mitfinanzieren aufgerufen sind, findet Marc Siodla gut. „Es kann doch jeder wissen, dass Weihnachtsdekoration nicht selbstverständlich ist. Sie verursacht Arbeit und Kosten.“

Siodla selbst hat schon eine dreistellige Summe gegeben und hofft auf die Unterstützung der anderen fast 90 Geschäftsleute und der Anwohner. „Wenn jeder nur eine kleine Summe gibt, dann ist die Finanzierung gesichert.“

So denkt auch Kathrin Lohaus von der Chocolaterie „Bittersüß & Edelweiß“. Die Lampenaktion sei eine Herzenssache, „die am Geld doch nicht scheitern soll.“ Zwar sei das Corona-Jahr geschäftlich schlecht gelaufen, aber Lohaus gibt auf jeden Fall noch Geld für die Weihnachtsbeleuchtung. „Die Menschen freuen sich schon auf die hängenden Lampen“, sagt sie und erzählt, dass sie in den vergangenen Monaten sogar weitere Schirme gespendet bekommen hat.

Zum Beispiel von einer Frau, deren Mutter an der Lorettostraße gewohnt hat, bis sie vor einiger Zeit gestorben ist. „Ich würde mich freuen, wenn meine Mutter noch einmal über der Lorettostraße leuchtet“, habe die Tochter der Verstorbenen gesagt.

Unterstützung bietet auch Dietmar Wolf an. „Wir sind selbstverständlich interessiert, dass Düsseldorfs Quartiere auch in der Vorweihnachtszeit schön sind“, sagt der Bezirksbürgermeister vom Stadtbezirk 3, zu dem auch Unterbilk gehört.

Wolf hat die über der Lorettostraße hängenden Lampenschirme in den vergangenen Jahren auch gesehen und findet sie „witzig und schön“. Der Lokalpolitiker will gern bei Mitfinanzierung helfen. „Wir brauchen von den Veranstaltern nur einen Antrag, dann kümmere ich mich um Hilfe.“