Vortrag in der Zentralbibliothek Düsseldorf Ist Harry Potter ein Verbrecher?

Düsseldorf · Der berühmte Zauber Harry Potter benutzt im Kampf gegen Voldemort & Co. immer wieder unverzeihliche Flüche. Ist das noch Notwehr? Darüber diskutiert eine Professorin für Strafrecht in der Düsseldorfer Zentralbibliothek.

Bücher der Harry-Potter-Reihe.

Bücher der Harry-Potter-Reihe.

Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Gerade in den letzten Teilen von J. K. Rowlings Buchreihe greift Harry Potter immer wieder zu verbotenen Mitteln: Er wendet die unverzeihlichen Flüche an. So gebraucht er den Imperius-Fluch, mit dem man einen Gegner unter seine Kontrolle bringt, um in Band sieben in die Zaubererbank Gringotts einzubrechen.

Auch vor Folter schreckt der junge Zauberer nicht zurück. Zweimal versucht er erfolglos, den Cruciatus-Fluch gegen Bellatrix Lestrange und Severus Snape zu verwenden. Beim dritten Mal richtet er ihn wutentbrannt gegen den Todesser Amycus Carrow, weil dieser Schüler quält. Einzig den Todesfluch Avada Kedavra wendet Harry nicht an.

Klar ist: Die Verwendung unverzeihlicher Flüche ist seit 1717 zaubereigesetzlich strengstens verboten und wird mit einer lebenslänglichen Haftstrafe in Askaban bestraft. Ob das Harry Potter tatsächlich zu einem Verbrecher macht oder er aus Notwehr gehandelt hat, darüber diskutiert die Strafrechtsprofessorin Prof. Dr. Anne Schneider von der Heinrich-Heine-Universität in der Zentralbibliothek.

„Man würde die Frage eigentlich nach dem Recht beantworten, das für Harry Potter gilt, nämlich dem Magischen Straf- und Strafprozessrecht. Darüber wissen wir aber nicht viel.“ Schneider greift deshalb auf allgemeine Rechtsprinzipien zurück und diskutiert die Frage mit dem Publikum.

Auch an der Uni haben Rechtsstudierende bereits in einem Blockseminar über die Frage gegrübelt. Außerdem ziehen sie Parallelen zwischen dem Veritaserum und einem Lügendetektor-Test. Deutsche Gerichte stufen den als unzuverlässig ein, außerdem verletzte er das Persönlichkeitsrecht, heißt es.

Gilt das auch für das Wahrheitsserum in den Zaubererbüchern? Darüber spricht Schneider am Donnerstag, 14. Dezember, in der Zentralbibliothek Düsseldorf. Die Fragen sind übrigens gar nicht so leicht zu beantworten – deutsche Literatur gibt es kaum.

Vortrag „Ist Harry Potter ein Verbrecher?“, Donnerstag, 14. Dezember, 18.30 Uhr, Zentralbibliothek am Konrad-Adenauer-Platz 1. Der Eintritt ist frei.

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