Düsseldorf: Massi in Pempelfort - das Essen wird zur Erlebnisreise

Gastronomie in Düsseldorf : Französische Küche mit Orient-Charme

Im Massi-Restaurant in Pempelfort wird das Essen zur Erlebnisreise. Der Chef kocht selbst – und zwar ausgezeichnet und abwechslungsreich.

Massi Fudazi hat aus dem ehemaligen Leo’s eine charmante Mischung aus Eckkneipe und Brasserie geschaffen: das Massi. Bei unserem Testbesuch erleben wir einen wunderbaren Mix vor allem aus persischer und französischer Küche, für die Massi Fudazi  verantwortlich ist. Der gebürtige Teheraner hat das Beste aus beiden Ländern vereint und mixt ein bisschen Italien und Spanien dazu.

Der Fisch kommt zweimal in der Woche aus den Niederlanden, sagt er. Das nehmen wir ihm gerne ab. Die Frische macht sich besonders bemerkbar, wenn man sich auf den Fischteller „Papillote Massi“ einlässt mit Kabeljau, Viktoriabarsch, Jakobsmuscheln und Crevetten. Die Zusammensetzung wechselt stetig nach dem Marktangebot. Wir aßen den saftig gegarten Fisch mit al dente bereiteten Flagelot-Bohnen, einer getrockneten Hülsenfrucht, und Drillingen in einem wunderbaren Hummerschaum, der eindeutig der französischen Küche entliehen ist. 24,90 Euro  fanden wir für das gelungene Gericht nicht zu viel.

Die Maispoulardenbrust war mit dreierlei französischem Käse gefüllt. Ein cremiger Genuss, der prima mit den geschmorten Tomätchen und einem selbst gemachten Kartoffelpüree harmonierte. Dazu gab es glasiertes Marktgemüse. Für 18,90 Euro durchaus empfehlenswert.

Ein wenig muss Massi noch am Wein nachbessern, damit er das Niveau des feinen Essens erreicht. In Aussicht stellte er einen eigenen Grauburgunder aus der Pfalz als Hauswein, der in den nächsten Wochen auf die Karte kommen soll. Noch ist er beim Winzer in Arbeit.

Mit den Gewürzen, die Massis Vater nach Aussagen des Sohns in Bio-Qualität aus dem Iran schickt, experimentiert der Autodidakt am Herd gerne. Mit Safran, Kardamom, Ingwer und Anis geht Massi äußerst geschickt um. „Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu“, sagt er. Schon sein selbst gebackenes Brot aus Mais- und Weizenmehl mit Bergkräutern aus dem Nord-Iran ist ein kleines Highlight, von dem wir sogar noch ein Stück mit nach Hause nahmen, wo es sich mehrere Tage frischhielt.

Dass Massi wirklich wenig konserviert merkt man daran, dass das Wunschgericht auch mal ausverkauft ist. In unserem Fall war es der gegrillte Oktopus auf mariniertem Apfel-Fenchel-Salat. Es gibt aber genug schmackhafte Alternativen, die es sich zu probieren lohnt. Beratungshilfe leistet der überaus freundliche Hotelfachmann Andreas, die rechte Hand des Chefs, der sich auch sehr gut in der Küche auskennt.

Derzeit empfehlen sich die hausgemachten Ravioli für 17,90 Euro. Sie sind gefüllt mit Spargel und Erdbeeren in Basilikum-Soße mit Rucola und Parmesan. Oder eine Boulette von Hirsch und Perlhuhn gefüllt mit Backpflaumen an Rosmarin-Drillingen mit Preiselbeer-Soße und Wildkräutersalat für 19,90 Euro.

Auch der klassische vegetarische Vorspeisenteller barg einige leckere Überraschungen wie die Auberginenröllchen mit Frischkäse, Frühlingszwiebeln  und Knoblauch gefüllt und der wunderbare Rote-Bete-Humus (12,90 Euro). Diese Genuss-Reise durch Südeuropa und den Orient erschien uns als perfekte Eröffnung des Essens. Ein Teller reicht durchaus für Zwei.

Für seine appetitlich arrangierten Gerichte scheut der ehemalige Mode-Macher keine Mühe. Seit neuestem kann man an Sonn- und Feiertagen auch frühstücken. Zum Beispiel einen „strammen Massi“. Mit Sicherheit ein nettes Sonntagsvergnügen in ungezwungener Brasserie-Atmosphäre, die von französischen Boulevards träumen lässt.

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