Kulturstätten in Düsseldorf : Wo moderne Kunst im Tunnel steht

Im unterirdischen Ausstellungsraum „KiT – Kunst im Tunnel“ zeigen junge Kreative ihre Werke. Oben gibt es Drinks und Konzerte.

Geschichte Die besondere bauliche Konstruktion des Rheinufertunnels brachte es mit sich, dass zwischen den Fahrspuren für den Autoverkehr ein Zwischenraum entstand. Schon kurz nach Fertigstellung des Tunnels entstand 1995 in der Kunstszene der Wunsch, diesen architektonischen „Blinddarm“ für Ausstellungen zu nutzen. Tatsächlich fanden vereinzelt Veranstaltungen statt. Die räumlichen Gegebenheiten waren jedoch so, dass aus Sicherheitsgründen eine ständige Nutzung baurechtlich nicht möglich war. Erst 2006, mit der ersten Quadriennale, wurde das Architekturbüro Fritschi/Stahl/Baum, das bereits die Rheinuferpromenade gestaltet hatte, mit dem Planungskonzept für einen Ausstellungsraum beauftragt. Der Beton-Raum, der sich der geometrischen Geraden verweigert und auf diese Weise ungewohnte Blickachsen eröffnet, ist eine Herausforderung für die Präsentation von Kunst. Umso spannender ist es, wenn insbesondere skulpturale Werke eine räumliche Beziehung zum KIT-Tunnel suchen und auch finden. Das lichtdurchflutete KIT Café und Bar, das zudem mit einer Terrasse mit allerbester Aussicht punkten kann, ist hingegen weit mehr als ein reines Museumscafé. Mehrmals im Monat treten Musikbands zwischen Weltmusik und Indie auf und vermitteln auf begrenztem Raum ein hautnahes Musikerleben.

Ausstattung Das KIT Café und Bar liegt ebenerdig und ist barrierefrei, ebenso wie der KIT Ausstellungsraum, der über einen Aufzug erreichbar ist.

Programm Der KIT Ausstellungsraum definiert sich als Ausstellungsforum für überwiegend junge Kunst.

Das bis dahin eher unbeachtet gebliebene KIT Café und Bar hat 2011 Achim Spyra übernommen. Der Glas-Pavillon hat sich längst als exzellenter Musik-Club profiliert. Spyra, gelernter Bildhauer mit profunder Musikkenntnis, ist in der Weltmusikszene bestens vernetzt. Auch der WDR ist auf das KIT Café und Bar aufmerksam geworden und veranstaltet in Kooperation Konzerte seines Cosmo-Radioprogramms, für das auch schon mal hochrangige internationale Weltmusik-Stars engagiert werden.

Aktuelle Kunst Unter dem Titel „Words don’t come easy – money doesn’t either“ zeigen die Künstler Juan Pérez Agirregoikoa, Isabella Fürnkäs, Hanne Lippard und Eric Peter zurzeit ihre Werke. Sie sollen Fragen an die Gesellschaft stellen. Was formt unsere Realität? Haben die Wörter und die Sprache besonderen Einfluss auf die Wirklichkeit? Zudem begibt sich die Ausstellung auf die Suche nach der Möglichkeit, durch Sprache die Vorstellungen der aktuellen Weltordnung zu überdenken. Kuratiert wurde die Schau von Youri David Appelo und Marian Stindt.

Aktuelle Musik Mit Musiker Blay Ambolley kommt am 12. Februar, 20.30 Uhr, eine echte Legende ins KIT-Café. Der Ghanaer gilt bei Kennern als Pionier in Sachen Hiplife und als Erfinder vom Rap. Karten kosten 12 Euro, Reservierungen per E-Mail an info@kit-cafe.com.

Am Freitag, 22. Februar, tritt die Gruppe Mozah in der KiT-Bar auf. Die neun Jungs sollen sich in ihrem früheren beruflichen Umfeld als Models für Bademoden kennen gelernt haben. Da der Hype um haarige Bierbäuche in letzter Zeit etwas nachgelassen hat, entschieden sie sich, die lauteste Band der Welt zu werden. Beginn des Mozah-Konzerts ist um 20.30 Uhr bei freiem Eintritt.

Mehr von RP ONLINE