Düsseldorf-Kalkum: Darum sind Alpakas so niedlich

Flausch-Alarm in Düsseldorf : Sie sollten unbedingt ein Alpaka streicheln

Welche Tiere kann man in Düsseldorf hautnah erleben? Wir haben die Alpakas in Kalkum besucht – und uns in die Tiere verliebt. Michaela und Detlef Maluche kümmern sich um insgesamt 13 der Kamele.

Rapanui ist etwas Besonderes. Ein bisschen weiß er das vermutlich auch: Weiß, schwarz und braun sind seine Kollegen in der Alpaka -Herde von Michaela und Detlef Maluche. Er aber ist grau-weiß-schwarz. Ein echter Hingucker. Nur beim Streicheln ist er etwas zögerlich. Schüchtern? Skeptisch trifft es eher. Aber kein Problem: Bei den Alpakas herrscht Arbeitsteilung. Und das Kuscheln mit der Reporterin übernimmt einfach Quimbaya. Die Alpaka-Dame ist mit ihren neun Jahren eines der ältesten Tiere der Herde. Und total verschmust. Warum man die Rheinland-Alpakas in Kalkum unbedingt mal besuchen sollte? „Gegenfrage: Würden Sie sagen, Sie würden nicht noch einmal ein Alpaka streicheln wollen?“, fragt Detlef Maluche. Guter Punkt.


Was ist das denn für einer? Alpakas gehören gemeinsam mit den Lamas zu den Neuweltkamelen. Im Unterschied zu Kamelen oder Dromedaren haben sie keine Höcker. Beheimatet sind sie in Südamerika, leben vornehmlich in den Anden in Chile oder Peru. Alpaka-Dame Quimbaya wurde sogar in Chile geboren. Rapanui, der mit drei Jahren noch ein echter Jungspund ist, kommt hingegen aus einer deutschen Zucht.

Seit 2011 kümmern sich Michaela und Detlef Maluche auf der Weide in Kalkum um ihre Alpakas. Gestartet mit zwei Tieren, ist die Herde inzwischen auf 13 Mitglieder angewachsen, einige von ihnen sind sogar in der Herde geboren. Familie Maluche hat sich in einem Urlaub in Tirol in die Tiere verliebt. „Besonders an Alpakas ist die Ruhe, die die Tiere ausstrahlen. Es sind sehr friedliche Tiere, man kann sich mit ihnen richtig entspannen“, sagt Detlef Maluche. Friedlich heiße aber keineswegs, dass die Alpakas Kuscheltiere seien: „Unsere Damen Quimbaya und Sunshine gehen immer auf unsere Besucher zu und wollen gestreichelt werden. Die anderen sind da zögerlicher. Jedes Tier hat so seine Charakterzüge“, erklärt Michaela Maluche. Trotzdem: Wer ein paar Minuten in der Mitte der Herde verbringt, entschleunigt automatisch. Aber auch Alpakas können mal wütend werden – und spucken dann, genau wie Lamas. Meist allerdings innerhalb der Herde, wie Maluches erklären. Was die Alpakas von den Lamas unterscheidet, ist die Körpergröße, auch die Ohren sehen anders aus. Auf der Speisekarte der Alpakas steht derweil nicht viel: Gras, Heu und Wasser reichen den Tieren aus.

Wie nah kann ich den Alpakas kommen? Ziemlich nah. Quimbaya ist sogar ein wenig beleidigt, wenn man aufhört, sie zu streicheln. Weil sie aber super flauschig ist, möchte man auch gar nicht damit aufhören – Glück für Alpaka und Mensch. Sunshine ist ebenso verschmust. Bei den anderen Alpakas muss man ein wenig Geduld haben. Und auch auf die Besucher kommt es an: „Wir haben schon beobachtet, dass Alpakas, die sonst zum Beispiel nicht beim Parcours mitmachen wollten, bei Jugendlichen einfach mitgelaufen sind. Das hatte wohl etwas mit der Körpergröße zu tun“, sagt Michaela Maluche.

Was wird sonst an Unterhaltung geboten? Ihre Alpaka-Herde ist das große Hobby von Familie Maluche. Weil sie sich so in die Tiere verliebt haben, überlegten sie sich 2013, auch Besuchern einen Zugang zu den Tieren zu geben. An den Wochenenden bieten sie Spaziergänge mit den Tieren an, außerdem kann man mit den Alpakas einen Hindernisparcours überwinden. Unter der Woche kann man die Aktion „Alpakas hautnah“ buchen. „Da besucht man uns auf der Weide, streichelt die Tiere und macht Fotos, und wir informieren über die Tiere“, sagt Detlef Maluche. Das Angebot ist also nicht mit einem Streichelzoo oder ähnlichem zu vergleichen – eben auch, weil die Tierbesitzer unter der Woche beruflich viel zu tun haben. Detlef Maluche ist Oralchirurg, seine Frau arbeitet in der Eventbranche.


Ist es nur im Sommer gut? Im Gegenteil: Die große Hitze hat den Alpakas gar nicht gut gefallen. „Einmal haben wir sogar einen Spaziergang abgesagt. Bei 35 Grad war es einfach zu heiß für die Tiere“, sagt Detlef Maluche. Sie haben ein dickes Fell, wenn sie geschoren werden, kommen pro Tier jedes Jahr gut zwei Kilogramm Wolle zusammen, die dann zu Bettdecken verarbeitet und verkauft werden. Der Winter gefällt Rapanui, Quimbaya und Co. dagegen gut. „Immerhin kommen sie ja auch aus den Anden.“ Weil sie auch den Winter mögen, kann man die Rheinland-Alpakas in Kalkum das ganze Jahr über besuchen.

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