Düsseldorf: Das Stadtmuseum im Test

Tipps für den Museumstrip in Düsseldorf: Super-sexy-mini-flower-pop-up-Stadtmuseum

Wenn es draußen heiß ist, gehen wir in eins der vielen Museen der Stadt. Welche einen Besuch wert sind, erfahren Sie bei uns.

Auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche plus 500 Quadratmetern für Sonderausstellungen präsentiert das Stadtmuseum Düsseldorfs Geschichte von der Gründung bis zur Gegenwart. Grob teilt sich die Sammlungspräsentation in vier Themenblöcke: Residenz- und Landeshauptstadt, Kunststadt, Modestadt und Globale Stadt. Zu sehen gibt es einiges: Das Museum arbeitet vor allem mit Original-Objekten, nur hier und da stehen auch große Modelle. Nicht vergessen sollte man auch, dass hier einige großartige, mit der Stadtgeschichte verknüpfte Gemälde wie zum Beispiel Arthur Kaufmanns beeindruckende „Zeitgenossen“ aus dem Jahr 1925, das Mutter Ey umgeben von der damaligen Avantgarde der Stadt zeigt.

Adresse und Anfahrt Das Stadtmuseum, Berger Allee 2, (Telefon 0211899 6170) erreicht man am Besten zu Fuß oder per Rad, denn es liegt mitten in der Carlstadt und Parkplätze (außer für Behinderte) sind sehr knapp. Mit der U-Bahn (U71, 72, 73, 83) fährt man bis Benrather Straße, hat dann sechs Minuten Fußweg, von der Heinrich-Heine Allee (U70, U74, U75, U76, U77, U78, U79) sind es acht Minuten.

Medienkünstler Charles Wilp kreierte 1968 eine
Medienkünstler Charles Wilp kreierte 1968 eine Ikone: den Werbespot für Afri-Cola. Foto: Helene Pawlitzki

Öffnungszeiten Tgl außer Montag 11 bis 18 Uhr

Preise Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Zwischen 17 und 18 Uhr ist Happy Hour - da darf jeder umsonst ins Stadtmuseum.

Wer ins Stadtmuseum geht, sollte sich
Wer ins Stadtmuseum geht, sollte sich das Rosengärtchen auf keinen Fall entgehen lassen. Foto: Rheinische Post/Elise Mund
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Kühl? Nein – bei aller Liebe. Wirklich kühl ist es nach der Hitzewelle noch nicht wieder im Gebäude des Stadtmuseums. Die stellvertretende Direktorin Sigrid Kleinbongartz präsentiert aber stolz den relativ gesehen kühlsten Ort des Museums: die ehemalige Kutschenremise am Ende des Untergeschosses. Sie liegt im Souterrain, das sorgt für ein paar Grad weniger. Hier kann man sich tolle Exponate aus dem Barock anschauen. Der wirklich kühlste Ort des Museum ist erst ab 6. September wieder zugänglich: Dann eröffnet die Sonderausstellung „Position Palermo Palermo“ – in vollklimatisierten Räumen des Neubaus.

Cool! So vielfältig wie Düsseldorf sind auch die Geschichten, die es im Stadtmuseum zu entdecken gibt. Gleich im ersten Raum kann man sich in den großartigen Afri-Cola-Werbespot von Charles Wilp versenken – Symbol für die Kunst- und Werbestadt Düsseldorf. „Super-sexy-mini-flower-pop-up-Cola!“ Mit diesem Ohrwurm verlässt man das Museum auf jeden Fall. Ein weiteres Highlight sind die Kupferstiche von Franz Hogenberg, die eine acht Tage währende Prunksause des Jahres 1585 zeigen: die „Gülichsche Hochzeit“ zwischen Fürst Johann Wilhelm und Jacobe von Baden, die mit Seeschlacht-Show auf dem Rhein, Feuerwerk und Tanzveranstaltungen gefeiert wurde. Die Stiche wurden mit einigen Versen auf dem Marktplatz als Flugblatt verteilt – „ein Vorläufer der Boulevard-Zeitung gewissermaßen“, sagt Sigrid Kleinbongartz. Sehenswert ist auch die in Düsseldorf erbaute Kirmes­orgel aus dem frühen 19. Jahrhundert oder ein komplettes authentisches Kinderzimmer des Jahres 2005, für ein Kunstprojekt zusammengestellt und im Museum von jedem bespielbar.

Diese Locke wurde der unglücklichen Fürstin
Diese Locke wurde der unglücklichen Fürstin Jakobe von Baden posthum abgeschnitten. Kein Wunder, dass sie noch im Schlossturm spuken soll. Foto: Helene Pawlitzki

Caféteria/Shop Früher gab es im Stadtmuseum mal das Café Ey – im Moment leider nicht. Eine Wiedereröffnung sei in Planung, heißt es. Gäste müssen sich im Shop vergnügen, der auf Bücher und Postkarten spezialisiert ist.

Ambiente Nicht nur die Ausstellungsstücke – auch das Haus, in dem sie sich befinden, ist interessant. Es handelt sich um den alten Palais Spee, ergänzt durch einen Neubau. Die Grafen von Spee nutzen das Haus als Winterresidenz, um näher an den Vergnügungen der Stadt zu sein. Viele Teile des Hauses wie die Dienstbotentreppe oder die Kutscheinfahrten kann man noch gut erkennen. Nach dem Museum unbedingt einen Abstecher in den Garten machen – er ist einen Besuch wert.