D-Town Funk: DJ Papa Paul veranstaltet Funk/Soul-Partys im Cube in Düsseldorf

DJ Papa Paul : Er holt den Funk in die Düsseldorfer Altstadt

DJ Papa Paul veranstaltet kleine, geschmackvolle Partys im Cube – jeden ersten Freitag im Monat. Er will die Menschen mit Funk, Soul und Hip-Hop locken. „Wenn du auf Helene Fischer stehst, dann hast du eben keinen guten Geschmack“, sagt er.

Wenn Papa Paul durch die Altstadt geht, hält er nach Radschlägern Ausschau. Nicht nach den Marketing-Figuren, die es in jedem Souvenirshop zu kaufen gibt. Sondern nach Kindern aus Fleisch und Blut, die „för eene Penning“ anbieten, ein Rad zu schlagen. So, wie er selbst es als Kind noch gemacht hat, als Maxschüler in der Radschläger-AG. „Ich warte immer, dass ich auch mal nach Kleingeld gefragt werden. Ich würde es gern zurückgeben“, sagt er. „Aber das ist bisher noch nie passiert.“

Papa Paul heißt eigentlich anders, aber ein Interview gibt er nur unter der Bedingung, dass sein richtiger Name nicht in der Zeitung erscheint. Er ist wohl ein privater Mensch, besonders gern redet er nicht darüber, was er sonst so macht, wenn er nicht im Cube in der Mertensgasse auflegt oder die Partys organisiert. Warum auch? Für ihn ist einzig wichtig, was im Kellergewölbe des Cube passiert. Welche Songs er spielt, was sein Co-DJ Chrispop mitgebracht hat, welche Laune die Gäste mitbringen.

Seit ungefähr zwei Jahren bringen sie an jedem ersten Freitag im Monat ein Publikum zwischen 20 und 50 zum Tanzen, in geraden Monaten mit Hiphop und R’n’B (dann heißt die Party Ooh Wee), in ungeraden Monaten mit Funk, Soul und Boogie. So wie an diesem Freitag. Zwei Läden weiter sitzen wir vor unseren Getränken und Papa Paul guckt immer wieder auf die Uhr. Noch ist Zeit. Paul wollte tanzen, zu der Musik, die er am meisten liebt: den Funk und den Soul der 60er, 70er, 80er Jahre. Aber er fand keine passende Party, nicht in Düsseldorf, nicht in Köln. Deshalb beschloss er, einfach selbst so eine Party zu veranstalten. Im April 2016 zum ersten Mal. „Ich bin Fan Nummer eins unserer Musik“, sagt Papa Paul. „Ich zappele ab, was das Zeug hält. Von allen, die da sind, mache ich am meisten Party.“ Weil das noch echte Musik sei, von echten Menschen handgemacht. „Zeitlos, treibend, melodisch.“ Seit er die Aufnahmen der 60er und 70er für sich entdeckt habe, verstehe er, woher all die Hiphopper ihre Inspiration bezögen hätten, sagt Papa Paul. „Die Rapper verdienen oft mit den Melodien Millionen – anders als die, die sie irgendwann mal komponiert und aufgenommen haben.“

Nicht jeder mag diese Songs so sehr wie er. Für Paul ist die Sache klar: „Wenn du auf Helene Fischer stehst, dann hast du eben keinen guten Geschmack.“ Er hat kein Problem damit, als Missionar aufzutreten. Schließlich ist er sich sicher, auf der richtigen Seite zu stehen.

Papa Paul schaut wieder auf die Uhr und springt auf. Schon kurz vor elf – fast hätte er seine eigene Party verpasst. Allerdings besteht kein Grund zur Panik: In der ersten Stunde ist Chrispop dran. Genug Zeit, um durch den Regen zum Cube zu laufen. Dort begrüßt er jedes Mitglied des Personals mit Handschlag, bevor er sich eine Flasche Minttu – finnischen Pfefferminzschnaps – auf Eis legen lässt. Für den Fall, dass Freunde vorbeischauen. Dann schließt er seinen Laptop an. Anders als Chrispop arbeitet er nicht mit Vinyl, nur mit digitalen Files. Er sieht sich selbst nicht als großer Meister an den Turntables. „Ich suche die Songs aus und mache laut und leise“, sagt er. „Chrispop – er ist der wahre Meister.“ Seinen Sensei nennt er ihn, seinen Meister, weil Chrispop ihm immer wieder Anregungen und Ratschläge gibt.

Geld verdient Papa Paul mit diesen Partys kaum. Das sei ihm auch vollkommen unwichtig, sagt er. „Ich war schon immer eher der Typ dafür zu arbeiten, um zu leben – nicht andersherum.“ Tagsüber jobbt er als Promoter – damit er leben und reisen kann, nach Thailand, nach Barcelona. Seine Lieblingsstadt ist und bleibt aber Düsseldorf, seit er mit zehn Jahren mit seiner Familie aus Moskau herzog. Auf seiner College-Jacke steht „Düsseldorf – Home Sweet Home“. Gekauft hat er sie, als er mal vier Jahre lang in Bochum gewohnt hat. „Damit die Bochumer Bescheid wissen.“

Die nächste D-Town Funk-Party findet am 1. März ab 23 Uhr im Cube (Mertensgasse 8) statt. Eintritt: fünf Euro. Mehr Infos: facebook.com/dtownfunk.event

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