Beim Bowling geht es voll auf die Zehn

Sommerferien : Beim Bowling gibt es voll auf die Zehn

Wir testen die besten Locations für Spiele-Fans. Beim Bowling im B8 Center wird keine ruhige Kugel geschoben.

Kegeln war schon im alten Ägypten bekannt, im Mittelalter begann man auch in Westeuropa damit. Die Auswanderer brachten das Spiel mit nach Amerika und irgendwie haben die Amerikaner Kegeln nicht so richtig verstanden. Weil oft Geld gesetzt wurde und dabei belogen und betrogen, musste das Spiel verboten werden. Kurzerhand erfand man einen Kegel hinzu und nannte das neue Spiel dann Bowling. Allein in New York gibt es 270 Bowling-Center, in Düsseldorf haben wir es mal im B8-Center an der Werdender Straße versucht.

Bowling in Düsseldorf. Foto: Oliver Wiegand

Die Anlage Das Bowling-Center ist etwas mehr als 2000 Quadratmeter groß. Wer dort reinkommt, fühlt sich ein wenig wie in eine andere Welt versetzt, es könnte auch so eine Art Filmkulisse sein, in der gleich viele merkwürdige Dinge passieren. Es ist alles sehr sauber und aufgeräumt, fast ein wenig steril und austauschbar. Man glaubt nach einer Weile nicht mehr so recht daran, sich noch in Düsseldorf zu befinden. „Kiel, Cuxhaven, Mailand, London, Hamburg“ steht als Dekoration an den Wänden. Ob man in Athen auch bowlen kann? Bestimmt, wir wollten es aber in Düsseldorf versuchen und finden den Namen der Landeshauptstadt dann doch noch in der Deko. Heimat. Insgesamt gibt es 16 Bowling-Bahnen, dazu kommen noch 14 Billardtische sowie einige Dart-Automaten. Wer möchte, kann auch noch einen Party-Raum für 81 Personen mieten. Das kostenlose W-Lan braucht man eigentlich nicht, weil man ohnehin kaum dazu kommt, auf sein Handy zu schauen. Wer bowlen möchte, kann sich an der Theke informieren, was es für Angebote gibt. Die beiden netten Mitarbeiter hinter dem Tresen beraten und helfen gerne. Auf der Bowlingbahn angekommen, lernt man schnell, wie man mit einem kleinen Touch-Screen-Bildschirm verschiedene Spielmodi anwählen kann. Das ist eigentlich selbsterklärend und auch die Namen der Mitspieler sind auf dem Monitor schnell eingegeben.

Auf die richtige Technik kommt es an. Sonst gibt es „Rücken“. Foto: Marc Ingel

Spaßfaktor Wir haben teilweise seit Jahrzehnten keine Kegel- geschweige denn eine Bowlingkugel in der Hand gehabt. Aber man kommt ganz schnell wieder rein, die Bahn ist breit und daneben werfen kann man zwar, aber man muss sich schon richtig Mühe geben. Die meisten Mitspieler treffen irgendwie die Mitte der Bahn und so ein paar Pins fallen auch tatsächlich um. Einen „Strike“, also alle zehn auf einmal, gelingt auch dem ein oder anderen und danach zählen die Punkte doppelt. So richtig haben wir das nicht verstanden, wir waren auch zum Spaß- und nicht zum Sportbowlen da. Ganz schön anstrengend ist es außerdem. Und wer einen Horror vor den berühmten Schuhen zum Ausleihen hatte? Kein Problem, so schlimm ist es gar nicht, das Spray wirkt und die Schuhe sind federleicht. Toll, wie schnell man auch mit anderen Leuten ins Gespräch kommt, denn der Platz vor der Bahn ist etwas begrenzt und man steht oder sitzt dicht beieinander.

Die Besucher können an der langen Theke Platz nehmen. Foto: Brigitte Pavetic

Sommerfaktor Nun ja, vom Sommer merkt man auf der Bowling-Bahn genau so wenig wie vom Winter. Denn die Anlage hat keine Fenster und die immer gleiche Temperatur. Aber das kann in den Sommermonaten wie den besonders heißen der vergangenen Wochen ja auch ein Vorteil sein. Denn in der Anlage ist es angenehm kühl im Vergleich zu draußen. Und noch einen Vorteil hat der Besuch der Bowlingbahn im Hochsommer. Man wartet viel kürzer auf eine freie Bahn, der Andrang hält sich in den Sommermonaten in Grenzen, auch an den Billardtischen ist immer was frei, weil die eingefleischten Indoor-Sportler zumindest tendenziell entweder im Urlaub oder in einem Biergarten am Rhein oder halt in der Düsseldorfer Altstadt sind.

Eugen Geringer (l.) und Robert Schwarze empfangen die Gäste. Foto: Brigitte Pavetic

Essen und Trinken Die Bowler können hier deftige Kost zu sich nehmen: „The Italian“ heißt zum Beispiel ein Hähnchenbrustfilet auf Pesto, das für 9,90 Euro zu haben ist. Nachos mit Käsedip werden ebenfalls verkauft. Longdrinks sind hier angesagt und dieses Special: Wer eine Bowling-Bahn zu bestimmten Konditionen und in der Happy Hour bucht, der zahlt für einen halben Liter Pils nur 1,95 Euro.

Muss man sich ausleihen – die Schuhe. Foto: Oliver Wiegand

Zahlen und Fakten Die Bowling-Bahnen sind unter der Woche von 11 Uhr bis Mitternacht geöffnet, Freitag und Samstag von 10 bis 1 Uhr in der Nacht und sonntags von 10 bis 23 Uhr. Auch die Preise variieren: Tagsüber bowlt es sich günstiger als abends. So kostet eine Bahn Montag bis Donnerstag vor 18 Uhr 16 Euro pro Stunde. Am teuersten ist es Freitag und Samstag nach 18 Uhr, hier kostet eine Bahn pro Stunde 31 Euro, dazu kommen 2,50 Euro für Leihschuhe. Billard-Tische kosten 9 Euro pro Stunde. Auf der Website www.duesseldorf.bowlingworld.de gibt es verschiedene Angebote und Aktionen, etwa Ermäßigungen für Gruppen oder solche in Verbindung mit Essen und Trinken.

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