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Freiwillige starten eine neue Initiative in Düsseldorf-Heerdt

Corona in Düsseldorf : Heerdter starten eine neue Initiative

Vereine, Stiftungen, Privatleute und die Schulpflegschaft schließen sich zu „Heerdt hilft“ zusammen.

Wenn viele Menschen die gleiche Idee haben, ist es am besten, dass sich die Menschen zusammenzuschließen und ihre Kräfte bündeln. So dachten sich das zumindest die Heerdter Vereine und Initiativen. Sowohl der Bürgerverein, die Heerdter Schützen, die Schulpflegschaft, die Stiftung für Heerdt und einige Privatleute überlegten in den vergangenen Tagen, wie man Menschen, die in Zeiten des Coronavirus nicht vor die Tür gehen können, unbürokratisch und vor allem schnell helfen kann.

Dabei wurde ihnen klar, dass viele Leute ihre Mitmenschen gerne unterstützen würden, aber nicht wissen, wie sie die Kontakte herstellen. „Also haben wir uns spontan im Bakers getroffen und die Initiative ,Heerdt hilft’ gegründet“, erzählt Anja Bahners von der Stiftung für Heerdt. „Dabei geht es aber nicht um Vereine, sondern um Menschen, die gemeinsam helfen.“

Die Initiative möchte eine erweiterte Plattform für Nachbarschaftshilfe sein. „Es ist uns wichtig, dass das ein offizielles Angebot ist. Den Menschen soll klar sein, dass es sich nicht um jemanden handelt, der sich das ausgedacht hat, damit er in die Wohnung von Fremden kommt“, betont Bahners. Wer teilnehmen möchte, wird bei der Initiative „Heerdt hilft“ mit Namen und Telefonnummer gelistet, wobei selbstverständlich auf die Datenschutzbedingungen geachtet wird. Nützlich sind auch Angaben zur Art der Hilfe, die offeriert wird und zum Zeitrahmen. Die Unterstützung geschieht natürlich ohne Bezahlung. Angeboten werden sollen Dienste wie Einkaufen gehen, Hunde ausführen oder kleine Botengänge ausführen. Die Initiative sammelt keine Spenden und gibt keine finanzielle Unterstützung.

Die Idee fand schnell Unterstützer. Die Druckerei JungPro bot an, die Handzettel zu drucken, die schon jetzt in Heerdt im Umlauf sind. „Ein großer Teil wird über die Heerdter Altenhilfe verteilt. Die haben eine Liste mit älteren und hilfsbedürftigen Menschen im Stadtteil,“ berichtet Lothar Gläser, Zweiter Schützenchef. „Ich glaube nicht, dass wir fünfzig Mal am Tag ausrücken, denn viele Menschen haben zum Glück Verwandte, Freunde oder auch nette Nachbarn, die helfen. Aber für alle anderen sind wir da.“

Weitere Zettel werden an wichtigen Orten wie Geschäften im Stadtteil ausgelegt oder an Laternen aufgehängt. Auch über die sozialen Netzwerke wirbt die Initiative für ihre Idee. „Bei uns haben sich schon über 20 Helfer gemeldet“, freut sich Gläser. Eine davon ist Simone von den Driesch. Die Lehrerin ist dreifache Mutter und in der Schulbetreuung eingebunden. „Natürlich habe ich überlegt, wie viel Zeit ich erübrigen kann. Aber ich denke, man kann das schaffen. Das ist eine gute Zeit, um Solidarität zu zeigen. Und wenn nicht jetzt, wann dann?, fragt sie. Schließlich kenne sie viele Menschen in Heerdt vom Sehen, und denen hilft sie gerne. Außerdem möchte sie ihren Kindern, die von der Lage auch sehr verunsichert sind, ein gutes Vorbild sein.

Die Initiative möchte das schon bestehende städtische Angebot unterstützen, stellt aber auch klar, dass das Angebot nur für Heerdt gilt. „Ich bin aber sicher, dass dieselbe Solidarität, die wir hier spüren, auch in anderen Stadtteilen bereits vorhanden ist“, so Bahners. „Wir haben hier die Chance, menschlich näher zu rücken. In jeder Krise gibt es auch immer etwas Gutes. Und ich kann mir vorstellen, dass das auch perspektivisch positive Auswirkungen haben wird.“

Kontaktdaten sowohl für Helfer als auch für Hilfsbedürftige: heerdthilft@googlemail.com oder Telefon 0211 54201277; Alternative: Für alle Nicht-Heerdter steht ein städtisches Angebot für ältere Menschen, solche mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem zur Verfügung. Hotline: 0211 8998999.