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Wirtschaft in Düsseldorf: Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer

Wirtschaft in Düsseldorf : Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer

Die Düsseldorfer Gleichstellungsbeauftragte spricht von „fortbestehender Ungerechtigkeit“. Verdi NRW fordert Nachbesserungen im Gesetz zur Überprüfung von Gehältern.

Die Gewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen hat die weiterhin bestehende Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern scharf kritisiert. Frauen bekommen demnach im Schnitt 21 Prozent weniger Gehalt als Männer. „Von tatsächlicher Gleichstellung zwischen den Geschlechtern kann angesichts dieser Lohnlücke keine Rede sein“, sagt Diane Tigges-Brünger, bei Verdi NRW zuständig für Frauen- und Gleichstellungspolitik, anlässlich des Equal Pay Day. Dieser markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres erhalten, müssen Frauen 77 Tage länger arbeiten – dieses Jahr also bis zum 17. März.

Eine der wichtigsten Ursachen für das Phänomen sei die Gender Time Gap: Die Lohnarbeitszeiten von Frauen und Männern unterscheiden sich stark. Außerdem forderte Tigges-Brünger, dass frauenspezifische Berufe aufgewertet werden. „Gesetze zur Überprüfung der Gehälter wie das Entgelttransparenzgesetz helfen wenig, wenn zwei Drittel der Frauen davon ausgeschlossen sind. Frauen arbeiten häufig in kleinen und mittleren Unternehmen, in denen diese Regelungen gar nicht erst gelten.“ Der DGB forderte daher, das Gesetz nachzubessern. Der Auskunftsanspruch müsse für alle Beschäftigten gelten. „Für echte Lohngerechtigkeit braucht es außerdem empfindliche Sanktionen bei Nichterfüllung und nicht zuletzt den Ausbau von Mitbestimmungsrechten. Denn wo Betriebsräte mitbestimmen, geht es gerechter zu.“

Die Landeshauptstadt beteiligt sich ebenfalls an den bundesweiten Aktionen zum Equal Pay Day, unter anderem wird das Rathaus entsprechend beflaggt. „Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist weiterhin gravierend. Durch die Beflaggung öffentlicher Gebäude setzt die Stadt Düsseldorf aktiv ein Zeichen und macht auf diese fortbestehende Ungerechtigkeit aufmerksam“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Elisabeth Wilfart.