Düsseldorf: Frauen gequält: Peiniger in zwei Parallelprozessen

Düsseldorf : Frauen gequält: Peiniger in zwei Parallelprozessen

Ein Mann, der eine Frau mit Öl übergossen hatte, wurde verurteilt, gegen den anderen begann der Prozess.

Gegen zwei Männer, die ihre Partnerinnen mehrfach übel zugerichtet haben, hat das Landgericht am Dienstag in Parallelprozessen verhandelt. Vor der 20. Strafkammer wurde ein 36-Jähriger zu sieben Jahren Haft plus Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie verurteilt.

Dass der Angeklagte in einem weiteren Prozess nicht wegen Mordversuchs angeklagt wurde, liegt daran, dass er nach der Flucht aus der Wohnung Feuerwehr und Freunde informierte. Foto: Wuk

Er hatte aus Eifersucht seine Freundin (28) stundenlang gefoltert und mit siedendem Öl mehrfach übergossen. In einem anderen Saal begann der Prozess gegen einen 43-Jährigen. Auch er hat aus Eifersucht seine Geliebte misshandelt, hat ihr 27 Messerstiche in Gesäß und Bauch zugefügt. Beide Wiederholungstäter hatten ihre Opfer schon zuvor grausam zugerichtet. Beide Frauen waren trotzdem bei ihnen geblieben.

Warum sie den gewalttätigen Partner nach der ersten Tat nicht verlassen haben, begründeten beide Frauen fast wortgleich: "Im Alltag war er nicht so gewalttätig!" — "Er hat sich nach dem ersten Mal bei mir entschuldigt und geschworen, das würde nie wieder passieren!" Beide wollten, getrennt voneinander, ihrer Beziehung eine "neue Chance" geben. Beide hätten dafür fast mit ihrem Leben bezahlt.

Dem 36-Jährigen, dessen Prozess schon seit Oktober lief, hatte die Partnerin nie einen Grund zur Eifersucht geliefert. Und doch habe es um Verdächtigungen des Angeklagten dauernd Streit gegeben. Weil er sie 2010 schlimm verprügelt hatte, bekam er dafür zwei Jahre Bewährungsstrafe — und beide setzten die Beziehung fort. "Zuletzt ist es ganz gut gelaufen", so das Opfer, sogar von Heirat sei die Rede gewesen.

Bis er der Partnerin unter Alkohol- und Kokaineinfluss in der gemeinsamen Wohnung dann aber in den Oberschenkel stach, sie an einen Stuhl fesselte und stundenlang folterte — mit Faustschlägen, mit erhitztem Öl, das er über ihre Haut goss, und mit Stromschlägen zu quälen. "Das war besonders drastisch und grausam und lässt sich nur so erklären, dass dieser Angeklagte psychisch krank und gemeingefährlich ist", zitierte das Gericht im Urteil die Einschätzung eines Gutachters.

Während dieser Prozess damit beendet ist, hat in einem anderen Saal der Prozess gegen einen zweiten Wiederholungstäter gestern begonnen. Er gab zu, acht Wochen nach der ersten Verurteilung zu drei Jahren Haft wegen Messerstichen gegen seine Freundin dann im April aus Eifersucht erneut auf die Geliebte mit einem Messer losgegangen zu sein. Auch er gab an, zeitweise Alkohol und Kokain konsumiert zu haben. Das Urteil über ihn soll noch in dieser Woche folgen.

(RP)
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