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Messerangriff in Düsseldorfer Hotel: Frau zum zweiten Mal niedergestochen

Messerangriff in Düsseldorfer Hotel : Frau zum zweiten Mal niedergestochen

Der Mann, der seine Freundin am Mittwochabend im Holiday Inn mit einem Messer schwer verletzt hat, wurde erst im Februar wegen Körperverletzung verurteilt.

Hand in Hand hatten ein 42-Jähriger und seine Freundin im Februar das Düsseldorfer Landgericht verlassen. Dort war der Mann gerade zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er eben jene Frau mit einem Messer so schwer verletzt hatte, dass die Staatsanwaltschaft von einem versuchten Totschlag ausgegangen war.

Das Opfer hatte ihm später offensichtlich verziehen, ihm im Gerichtssaal Kusshändchen zugeworfen, die Aussage gegen ihn verweigert. Das Gericht hatte ihn auch deshalb nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. In der Nacht zu gestern wurde der Mann erneut festgenommen - weil er wenige Stunden zuvor im HolidayInn-Hotel am Bahnhof auf seine Freundin eingestochen haben soll. "Sie liebten sich - oder sie hassten einander", so hatten Zeugen die Beziehung des kaufmännischen Angestellten und der 39 Jahre alten ExProstituierten im Prozess beschrieben, die im Mai 2011 begann. Die Verbindung des gebürtigen Iraners und der aus der Karibik stammenden Frau sei immer von Emotionsausbrüchen geprägt gewesen.

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Im August vorigen Jahres war das Vorleben der Frau Anlass für einen heftigen Streit des Paares gewesen, in dessen Verlauf der Mann ein Messer zog und dreimal auf die Frau einstach. Schwer verletzt hatte sie sich damals bis zu einem Supermarkt geschleppt, wo sie zusammenbrach.

Am Mittwochabend wiederholte sich dieses Szenario im Holiday Inn am Hauptbahnhof. Dort hatte sich das Paar am Nachmittag eingemietet, war am Abend in Streit geraten, und wieder hatte der Mann ein Klappmesser gezogen. Die 39-Jährige floh aus dem Hotelzimmer, brach vor der Rezeption zusammen. Ihr Freund flüchtete aus dem Hotel, tauchte in der Nacht blutverschmiert in einer Kneipe am Worringer Platz auf, wo er Gästen von seiner Tat erzählte. Die alarmierten die Polizei. Der 42-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen.

Auch im August war er festgenommen worden. Sein Opfer hatte ihn in ihren ersten Aussagen belastet. Doch als der Mann wegen versuchten Totschlags angeklagt und vor Gericht gestellt wurde, hatte sich die Frau plötzlich als seine Verlobte bezeichnet und berief sich deshalb auf das Recht, die Aussage zu verweigern. Und während der Verhandlung sagte sie sogar, nicht der Angeklagte, sondern ein gewisser "Mike" habe sie seinerzeit in Osterath mit dem Messer attackiert. Damit handelte sie sich selbst ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage ein.

Das Gericht hatte ihr im Prozess nicht geglaubt, zugunsten des Angeklagten aber schließlich angenommen, dass er die Frau nicht hatte töten wollen. Zwar hatte die Staatsanwaltschaft beantragt, den 42-Jährigen weiter in Haft zu behalten, doch wohl auch angesichts der offensichtlichen Versöhnung zwischen Täter und Opfer hatte das Gericht darauf verzichtet, den Mann aus der U-Haft entlassen und ihm erst am 19. März die Ladung zum Antritt seiner dreijährigen Haftstrafe geschickt. Die Frist dazu war noch nicht abgelaufen, als am Mittwochabend erneut ein Streit des Pärchens eskalierte.

Der Hotelportier hatte der nicht lebensgefährlich verletzten Frau Erste Hilfe geleistet, ein Notarzt sie ins Krankenhaus gebracht. Dort soll die 39-Jährige nach Informationen unserer Zeitung wieder versucht haben, ihren Freund zu entlasten. Der ist seit gestern wieder in Haft.

(jco/csi/top)