Frau fordert Sondergenehmigung für die Umweltspur

Auswirkungen der dritten Umweltspur : Düsseldorferin fordert Sondergenehmigung, um Umweltspur ausweichen zu können

Die berufstätige Frau pflegt ihre Mutter und ist daher auf einen Pkw angewiesen. Seit der Umweltspur fällt es ihr zunehmend schwer Job und Pflege unter einen Hut zu bekommen. Nun entscheidet der Beschwerdeausschuss.

Eine Sondergenehmigung für die dritte Umweltspur wollen dieser Tage viele – Oberbürgermeister Thomas Geisel besitzt sie selbst. Eine Düsseldorferin, die anonym bleiben möchte, erhofft sich nun auch eine Ausnahmeregelung – sodass sie die Umweltspur gar nicht erst befahren muss und ihr Ziel, mit weniger Stau, trotzdem erreicht. Der Grund: Sie pflegt ihre 88-jährige Mutter. Neben ihrem Job an der Uniklinik (UKD) muss sie beinahe täglich Termine mit ihrer Mutter, mit der sie in Eller wohnt, wahrnehmen: „Ich muss oft direkt nach der Arbeit in die Innenstadt, um Rezepte abzuholen oder meine Mutter zum Arzt zu bringen.“

Diese Termine einzuhalten, ist für sie seit Mitte Oktober deutlich schwerer geworden. Durch die Umweltspur brauche sie für eine Strecke, für die sie zuvor eine halbe Stunde gebraucht habe, nun bis zu anderthalb Stunden. „Seither habe ich schon drei Mal vor verschlossener Arztpraxis gestanden, weil ich es nicht rechtzeitig geschafft habe.“

Damit dies in Zukunft nicht mehr passiert, wandte sie sich Ende Oktober mit ihrer Problematik an die Stadt. Sie bat darum, eine Sondergenehmigung für die Schranke, die zur südlichen Himmelgeister Straße besteht, zu erhalten. So könne sie vom UKD-Parkplatz an der Universitätsstraße auf direktem und schnellsten Weg in die City gelangen. Die Schranke wurde schon in den 1970er Jahren im Rahmen verkehrsberuhigender Umbaumaßnahmen beschlossen und hatte zur Folge, dass die Himmelgeister Straße auf der Höhe der Ernst-Derra-Straße gesperrt wurde.

Seither dürfen nur Anlieger oder Busse mit Sondergenehmigung die Schranke passieren. Im November lehnte die Stadt die Anfrage ab. Die Antwort: „Ihre Begründung stellt kein (...) Alleinstellungsmerkmal dar. Der von Ihnen genannte Grund könne jederzeit auch von anderen als Grund herangezogen werden.“ Zudem riet man ihr zur Nutzung des ÖPNVs, einer Fahrgemeinschaft oder des Fahrrads.

 „Unverschämt“ findet das die betroffene Düsseldorferin. „Bei der Pflege können plötzliche Termine hinzukommen – und da zählt jede Minute.“ Flexibilität könne sie sich nicht erlauben. Auch Fahrgemeinschaften seien keine Option, weil am UKD viele im Schichtdienst arbeiten.

Am Mittwoch wird das Thema nun im Anregungs- und Beschwerdeausschuss diskutiert. Start ist um 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Trotz der bisherigen Rückschläge wird sie noch mal versuchen ihre Lage darzulegen. „Ich hoffe, dass ich doch eine Genehmigung bekomme.“