Parken am Flughafen: Frankfurt lobt das Bezahlschranken-System

Parken am Flughafen: Frankfurt lobt das Bezahlschranken-System

Im "Kiss & Fly"-Bereich werden vermutlich bald Gebühren fürs Parken erhoben. Mehr als eine Million Euro kosten die Schranken.

Im "Kiss & Fly"-Bereich werden vermutlich bald Gebühren fürs Parken erhoben. Mehr als eine Million Euro kosten die Schranken.

Am Frankfurter Flughafen muss fürs Parken schon seit Jahren bezahlt werden. Die ersten zehn Minuten sind gratis, dann wird es teuer. Foto: Fraport

Der Flughafen hat damit begonnen, Schranken auf der Abflugebene im so genannten Kiss & Fly-Bereich aufzustellen. Wann diese in Betrieb gehen, ist derzeit noch unklar. Ziel ist es aber, den Verkehrsfluss am Airport in diesem Bereich zu vereinfachen. Unter den Lesern der Rheinischen Post wird die Maßnahme kontrovers diskutiert. Bislang ist das (kurzfristige) Parken dort kostenlos. Entsprechend spricht sich die Mehrheit der Leser deutlich gegen Bezahlschranken am Düsseldorfer Flughafen aus.

Die könnten sich die Parkregelungen in der so genannten "Drop-Off-Zone" des größten deutschen Verkehrsflughafens in Frankfurt am Main zum Vorbild nehmen. Dort ist man höchst zufrieden mit der selbst gewählten Regelung. Der hessische Flughafen hat anders als Düsseldorf zwei Terminals.

Wie Christian Engel, Sprecher des Flughafens erklärt, gibt es dort je zwei Kurzparkzonen. Eine nennt sich "Short-term Parking", die andere Drop-Off-Area. "In den ersten zehn Minuten ist das Parken dort kostenfrei", sagt Engel. Danach aber wird es teuer, und zwar deutlich. Der 15-minütige Aufenthalt kostet 2,50 Euro. Anschließend werden für jede weitere Viertelstunde wieder 2,50 Euro verlangt. Nach 60 Minuten geht es in Stundenschritten weiter, die sogar immer volle zehn Euro kosten. Mit diesen recht saftigen Preisen will man am Frankfurter Flughafen die Passagiere dazu bewegen, auch für das Absetzen der Fluggäste die normalen Parkplätze beziehungsweise Parkhäuser zu nutzen. Dort kostet die erste halbe Stunde 2,50 Euro, für jede weitere Stunde werden anschließend fünf Euro fällig.

Das etwas komfortablere Business Parking kostet mit drei Euro für die erste Viertelstunde und sechs Euro für jede weitere angefangene Stunde etwas mehr als das reguläre Parken. Für längeres Parken, etwa bei Urlaubern, gelten andere, unterm Strich billigere Tarife.

Die Frankfurter nutzen dieses Modell, das ja auch für Düsseldorf angedacht ist, seit einigen Jahren. Zuerst startete man in Terminal 2 im Jahr 2013, weitete es im April 2015 auf Terminal 1 aus. Seit Mitte 2016 gibt es die Bezahlschranken auch im Ankunftsbereich der Terminals. "Wir haben dafür durchweg positives Kundenfeedback bekommen, denn seit der Regelung mit den Schranken geht es viel geordneter zu", sagt Frankfurts Flughafensprecher Engel.

Dass die Akzeptanz eines Bezahlmodells in Frankfurt höher ist als in Düsseldorf, überrascht aber wenig, da es dort auch vorher bereits ein Gebührenmodell gab, allerdings ohne Schranken, sondern mit Kurzeit-Tickets unter der Windschutzscheibe. De facto wurde ab der ersten Minute also bereits bezahlt.

Beim Flughafen wehrt man sich gegen die Kritik. " Für Bringer wird die Einfahrt auf die Abflugebene weiterhin kostenfrei bleiben, um die Passagiere aussteigen zu lassen. Lediglich für Kunden, die sich darüber hinaus länger in diesem Bereich am Airport aufhalten, wird die Ausfahrt kostenpflichtig", sagt Flughafensprecher Christian Hinkel. Das Modell sei nicht auf Profit ausgelegt, sondern darauf, die Verkehrssituation vor dem Terminal stärker zu steuern. Wann die Anlagen in Betrieb gehen, steht derzeit noch nicht fest. "Eine Inbetriebnahme noch vor oder in der Hauptreisezeit wird allerdings nicht erfolgen", so der Flughafensprecher weiter.

Laut Hinkel liegen die Baukosten für Schranken und Bezahlautomaten im niedrigen siebenstelligen Bereich.

(tb)