Fortuna-Fanprojekt Düsseldorf feiert sein 25.jähriges Bestehen

Jubliäum: Gegen Feindbilder und Rassismus

Das Fanprojekt der Fortuna feiert mit viel Prominenz bei einem Festakt sein 25-jähriges Bestehen und stellt sich personell für die nächsten Jahre neu auf.

Alles fing damit an, dass Dirk Bierholz vor genau 25 Jahren das Plakat „Fortuna-Fans gegen Rechts“ aufhing. Bierholz war der erste und damals einzige Mitarbeiter des „Fanprojekts Düsseldorf“. Offiziell wurde der Diplom-Sozialarbeiter zum 1. September 1993 angestellt. Jetzt verlässt er das Fanprojekt und stellt sich in Nürnberg einer neuen Herausforderung, wie es in Sportlerkreisen so schön heißt. Aus Anlass des Fanprojekt-Jubiläums wurde im „Haus der Jugend“ an der Lacombletstraße gefeiert.

Wer hat mitgefeiert?

Anwesend waren etwa die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Bildung und Sport im Europapaparlament, Petra Kammerevert, der Vize-Vorsitzende des Sportausschusses des Landes NRW, Markus Herbert Weske, Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, Fortuna-Vorstandschef Robert Schäfer, die Vorsitzende des Jugendhilfeauschusses, Ursula Holtmann Schnieder, der stellvertretende Leiter Fanangelegeneheit der Deutschen Fußball-Liga Benjamin Kandler, Stadtsportbund-Geschäftsführer Ulrich Wolter.

Wie wurde gefeiert?

Einem kleinen Festakt folgte ein Theaterstück über Fußball, Ultras und Rechtsextremismus, aufgeführt von der „Wilden Bühne“ - Bremen

Wo ist das Fanprojekt angesiedelt?

Träger des Fanprojekts ist der Jugendring. Aber ohne die „Toten Hosen“ gäbe es das Fanprojekt wohl nicht. „Die Toten Hosen hatten 1993 die Single ‚Sascha, ein aufrechter Deutscher’ herausgebracht und von jedem Verkauf drei Mark gespendet. Es wurde die bis dahin erfolgreichste Single der Band und wir hatten 500.000 Mark zur Anschubfinanzierung zur Verfügung“, verrät Weske.

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Welche Aufgabe hat das Fanprojekt?

Ziel ist es, im Rahmen der Jugendarbeit durch Prävention gewaltfreie Konfliktlösungen und Selbstregulierungsmechanismen zu schaffen und extremistische Orientierungen (Feindbilder, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung) abzubauen. Das Fanprojekt versteht sich als Schnittstelle zwischen jugendlichen Fankulturen, Vereinen, Verbänden, Medien, Polizei und Jugendarbeit.

Welche Angebote hat das Fanprojekt?

Das Fanprojekt bietet regelmäßige und besondere Aktionen in Sachen Freizeit, Kultur, Bildung und Sport. Regelmäßig werden angeboten: Fantreff im Haus der Jugend, Fan-Brunch vor Fortuna-Heimspielen, Interessenvertretung für Fans, Fanbegleitung und Betreuung bei-Heim- und Auswärtsspielen. Besondere Aktionen sind Musikkonzerte, Länderspielbesuche, Erlebnis- und Bildungsfahrten, Lesungen. Immer wieder werden die Bildungsfahrten auch zu historisch bedeutsamen Orten gemacht. „Die letzte Fahrt führte uns nach Krakau und ins Vernichtungslager Auschwitz.“ erläutert Bierholz. Das Fanprojekt war aber auch schon in der KZ-Gedenkstätte Dachau oder im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen.

Wie geht es mit dem Fanprojekt weiter?

Nachfolger von Dirk Bierholz wird der 32-jährige Diplom-Sozialpädagoge Benjamin Belhadj. Er ist seit 2010 Fanprojekt-Mitarbeiter und sucht jetzt zwei weitere hauptamtlich Tätige.

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