Fortuna Düsseldorf: Ärger mit der Stadt wegen der Merkur Spiel-Arena

Vermarktung der Arena: Ärger zwischen Fortuna und der Stadt

Fortuna Düsseldorf möchte an der Vermarktung der Merkur Spiel-Arena mehr verdienen. Im Augenblick laufen die Verhandlungen über einen neuen Vertrag mit der städtischen Tochter D.Live.

Es läuft nicht rund zwischen Fortuna Düsseldorf und der Arena-Betreibergesellschaft D.Live sowie der Stadtspitze. Grund ist der neue Vertrag zur Nutzung der Arena, der gerade ausgehandelt wird. Im März müssen die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison fertig sein. Fortuna muss diese für die 1. sowie die 2. Bundesliga erstellen. Höhere Einnahmen aus der Arena-Vermarktung sind dabei ein Baustein.

Im Sommer kochte das Thema erstmals hoch. Fortunas Aufsichtsratschef Reinhold Ernst und Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer beklagten auf der Homepage des Vereins, dass dieser nicht wie versprochen in die Vermarktung der Arena „hineingewachsen“ sei. Dabei geht es hauptsächlich um Logen, Gastronomie und Getränke. Zudem hieß es, die optische Präsenz des Hauptmieters Fortuna im Stadion sei ausbaufähig, auch wünschte man sich das Fortuna-Logo auf der Außenhaut der Arena. Der Klub legte dann ein Konzept zu diesen Fragen vor. Gerne verweist man auf das Modell einer südlichen Nachbarstadt: Der 1.FC Köln mietet das Stadion komplett und hat alle Vermarktungsrechte.

Für Aufregung sorgt nun ein Interview, das unsere Redaktion mit Schäfer geführt hat. Der Fortuna-Boss beklagt darin, die Arena-Betreiber würden versuchen, „die Einnahmen zu unseren Lasten zu steigern“. Eigentlich jedoch müsste man die Arena viel mehr auf Fortuna zuschneiden und versuchen, zusammen die Einnahmen zu optimieren. Schäfer sagte, er habe das Gefühl, „dass wir nur als eine weitere Veranstaltung gesehen werden. Es gibt ein paar Konzerte und auch eben auch Fortuna.“ Wenn er sich ansehe, wie die anderen Events von der Arena beworben würden und er dies mit dem Engagement für Fortuna-Spiele vergleiche, so mache er ein Ungleichgewicht aus. Fortuna bringe einen Media-Mehrwert für die Sportstadt wie kein anderer Verein. Der Ansatz, die Betreibergesellschaft auf Kosten Fortunas zu sanieren, nütze aber keinem. Die Politik und D.Live sollten überlegen, „wie wir zusammen sicherstellen, dass wir weiter Bundesligafußball in Düsseldorf erleben“.

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Streitpunkt ist aktuell, welche Kosten der Fußballverein über die Miete tragen soll, wenn er die Arena an seinen Spieltagen möglichst komplett selbst vermarktet: nur die Betriebs- oder auch, um den größten Posten zu nennen, anteilig die Finanzierungkosten. D.Live spricht dem Vernehmen nach von gut acht Millionen Euro Arena-Kosten im Jahr, Fortuna von der Hälfte. Heute zahlt der Verein rund 1,2 Millionen Euro Jahresmiete, was konkurrenzlos günstig ist. Davon wird auch rund eine halbe Million Euro für den Rasen bezahlt.

In Köln sollen rund acht Millionen Euro gezahlt werden, die Einnahmen aber bei elf bis zwölf Millionen Euro liegen. Düsseldorfs Kämmerin Dorothée Schneider hat, als sie noch in der Kölner Stadtverwaltung arbeitete, den Stadion-Deal der EU-Kommission in Brüssel vorgelegt. Ein Beihilfe-Verfahren will man sich auch in Düsseldorf nicht einhandeln. Schäfer betont wohl auch deswegen, es gehe nicht darum, Fortuna irgendetwas unrechtmäßig zukommen zu lassen. Das wird auch nicht gehen, weil der Vertrag dem D.Live-Aufsichtsrat vorgelegt wird und Politikerinnen wie Monika Lehmhaus (FDP) äußerst kritisch hinschauen, wenn es um Fortuna geht. Andererseits glaubt der zuständige Stadtdirektor und Sportdezernent Burkhard Hintzsche, dass ein guter Kompromiss gefunden werden kann. D.Live-Geschäftsführer Michael Brill sieht sogar kein Problem darin, Fortuna gegen eine angemessene Miete alle Rechte zu überlassen. Den zum Sommer auslaufenden Getränke-Vertrag für die Arena (aktuell Warsteiner/Frankenheim) könne der Verein für seine Spieltage dann bereits auch selbst abschließen.

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