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Förderverein unterstützt das Düsseldorfer Marionettentheater

Düsseldorfer Marionettentheater : Verein unterstützt Puppenspiel in Düsseldorf

Seit 2004 gibt es den Förderverein des Marionettentheaters. Grundsatz ist, sich nicht in die künstlerische Freiheit einzumischen. Für die einzigartige Kultureinrichtung bedeutet die Unterstützung vor allem finanzielle Planungssicherheit.

Hinter der Bühne des Düsseldorfer Marionetten-Theaters stehen, hängen und liegen die Figuren aus Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ herum: Fuchur, der weiße Glücksdrache, der grünhäutige Atréju und der Antiquitätenhändler Karl Konrad Koreander. Die hölzernen Marionetten werden vom Team des Düsseldorfer Marionettentheaters von Hand geschnitzt und eingekleidet, im Durchschnitt kosten die Figuren zwischen drei- und viertausend Euro. Die Produktion sowie die hochwertige Gestaltung der Stücke werden ermöglicht durch einen Förderverein, der sich einzig zur Unterstützung des Theaters gegründet hat.

Es war 2004, als das Theater in finanziellen Schwierigkeiten war. Hohe Produktionskosten und relativ wenig Publikumsandrang drohte, die aufwendigen Inszenierungen zu behindern. Damals schlossen sich 20 Freunde des Theaters zusammen, um der Institution unter die Arme zu greifen. Christoph Nußbaum war damals dabei, heute ist er Vorsitzender des Fördervereins Düsseldorfer Marionettentheater, der Theater-Chef Anton Bachleitner finanziell unterstützt – nur finanziell, wie Nußbaum betont. „Wir wollen in keiner Weise Einfluss auf das Programm und die künstlerische Gestaltung nehmen“, so der begeisterte Besucher des Theaters. Im Gegenteil: Der inzwischen knapp 150 Mitglieder starke Verein steht hinter Bachleitner und seiner Interpretation klassischer Werke. „Den Wunschpunsch habe ich inzwischen über 30 Mal gesehen, und ich entdecke bei jeder Aufführung etwas Neues“, schwärmt Nußbaum.

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Auch wenn viele der Stücke, die das Marionettentheater auf die Bühne bringt, als Jugendbücher bekannt sind – etwa Momo, Krabat oder eben der Wunschpunsch – werden sie doch stets für Erwachsene auf die Bühne gebracht. Auch Klassiker wie die Entführung aus dem Serail werden mit einer Ernsthaftigkeit gespielt, die „der literarischen Vorlage gerecht wird“, wie Theaterleiter Anton Bachleitner den Anspruch seines Teams formuliert.

Dabei scheut das Theater weder Kosten noch Mühen: Die Texte werden von professionellen Sprechern eingelesen, Komponist Wilfried Hiller macht die Musik, für viele Rollen gibt es mehrere Puppen in verschiedener Kleidung oder Größe, um das Verhältnis zu anderen Rollen darzustellen. „Wir wollen und dürfen nicht sparen, denn sonst leidet die Qualität der Vorstellungen und unser Theater verliert das Besondere, das es ausmacht“, sagt Bachleitner. Trotz Unterstützung von Stadt und Land sind er und sein Team froh, auf den Förderverein zurückgreifen zu können, der ihnen auch Sonderwünsche – etwa eine Nebelmaschine – erfüllt. „Wir dürfen keine Rücklagen bilden, und so stehe ich im Januar quasi immer mit leeren Kassen da“, erzählt Anton Bachleitner. „Wenn dann etwas Unerwartetes geschieht, sind wir froh, wenn uns der Förderverein aus der Not helfen kann.“ Denn obwohl das Marionettentheater einen Kreis eingeschworener Freunde hat, sind die Besucherzahlen schwankend: „Sieben magere Jahre, sieben fette Jahre“, berichtet Bachleitner aus seiner langjährigen Erfahrung als Leiter des Hauses.

Bachleitner ist hauptverantwortlich für die Gestaltung der Puppen: Er entwirft das Konzept, schnitzt die Gesichter. In den Werkstätten fertigt das Team – das später die Puppen auch auf der Bühne führt – die Figuren in etwa 120 Arbeitsstunden pro Stück an. Eine aufwendige Produktion, aber nachhaltig: Die Figuren kommen immer wieder zum Einsatz, das Marionettentheater spielt seine Stücke jahrelang. Die neuste Produktion – mit über 30 Puppen besonders aufwendig – ist die Unendliche Geschichte von Michael Ende.

In den Kellern des Theaters entstehen jedoch bereits die Marionetten für das nächste Stück, welches im Herbst auf die Bühne kommen soll: Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter. Dafür war Bachleitner in Schweden und hat sich die Schauplätze des Romans und des darauf basierenden Films angesehen, um sich für das Bühnenbild inspirieren zu lassen. Eine Vorbereitung für das Stück die in dieser Form ohne die Unterstützung durch den Förderverein nicht möglich wäre.