Düsseldorf: Flughafenbrand: Letzter Prozess nach 17 Jahren

Düsseldorf : Flughafenbrand: Letzter Prozess nach 17 Jahren

17 Jahre nach dem verheerenden Flughafenbrand vom April 1996, bei dem 17 Menschen starben und 88 schwer verletzt wurden, will das Landgericht jetzt das letzte, juristische Nachspiel beenden. Nach einer Kette von Straf- und Zivilprozessen soll am 30. April das letzte Verfahren um Schadensersatz abgeschlossen werden.

Durch Schweißarbeiten an einer Dehnungsfuge waren am 11. April 1996 zunächst unbemerkt Funken in eine Zwischendecke eines Flugsteigs geraten. Dort waren, wie ein Strafgericht später feststellte, illegal eingebaute Dämmplatten durch glühende Schweißpunkte entzündet worden.

Durch Lüftungskanäle wurden damals tiefschwarze, giftige Rauchschwaden über das gesamte Gebäude verteilt. Tausende von Fluggästen und Servicekräften gerieten in Todesgefahr. Für 17 Menschen kam jede Hilfe zu spät. Viele von ihnen sind in Fahrstühlen erstickt. 88 weitere Opfer wurden teils schwer verletzt.

Ein Strafprozess gegen Schweißer, Bauleiter, Feuerwehrkontrolleure, Flughafen-Architekten und -Manager wurde 2001 gegen Bußgelder eingestellt. Doch die Millionenschäden, die durch den Brand verursacht wurden, hielten die Justiz jahrelang auf Trab.

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts ist grundsätzlich an der Zahlungsverpflichtung des Flughafens nicht mehr zu rütteln. Versicherungen mussten in Folgeprozessen aber detailliert belegen, welche Schäden sie ihren Kunden erstattet hatten.

So musste im letzten Fall eine Versicherung ebenfalls nachweisen, welche Schäden bei Reisebüros, Fluggesellschaften und einer Autovermietung entstanden sind, wie viel davon auf Einrichtungen und Inventar entfielen — und ob Zahlungen für teils monatelange Betriebsunterbrechungen korrekt berechnet waren. Denn nur für solche Forderungen muss der Flughafen dann auch einstehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Flughafen nach dem Brand von 1996

(RP)
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