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Streik am Düsseldorfer Flughafen: Viele Reisende mussten stundenlang auf ihren Flug warten

Streik am Düsseldorfer Flughafen : Viele Reisende mussten stundenlang auf ihren Flug warten

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals sind am Freitag am Düsseldorfer Flughafen zahlreiche Flüge ausgefallen, andere konnten teilweise erst mit mehreren Stunden Verspätung abheben.

„Was ist denn hier los?“, wundert sich ein Reisender am Flughafen über die riesige Menschentraube in der Haupthalle vor dem Zugang zu den Sicherheitskontrollen. „Ich bin am Mittwoch hier abgeflogen, da war auch eine Schlange, aber nur innerhalb des Bereichs. Das habe ich ja noch nie gesehen.“ Von dem Streik, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi das Sicherheitspersonal den ganzen Freitag über aufgerufen hat, hatte er nichts gehört. Mit einem „Na dann viel Glück noch“ verabschiedet er sich und eilt weiter.

Tausende Reisende in der Haupthalle des Flughafens haben das sehr wohl mitbekommen, spätestens beim Blick auf die Monitore, auf denen die geplanten und tatsächlichen Abflugzeiten ihrer Maschinen stehen. Dazwischen klaffen nicht selten Löcher in Stundengröße.

So auch Familie Mulder aus der Nähe von Eindhoven. Vater Tim, Mutter Lieke und die beiden kleinen Töchter Noa und Maria wollten eigentlich seit 7.25 Uhr auf dem Weg nach Ibiza sein. Doch im Moment steht ihr Abflug für 10.10 Uhr auf dem Monitor. „Die beiden Kleinen haben sich riesig auf den Urlaub gefreut. Jetzt sind sie schon etwas quengelig. Kann man verstehen“, sagt Tim Mulder.

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Zwei zusätzliche Stunden müssen Jonas und Steffen aus Essen überbrücken. Ihr Flieger nach Antalya, wo sie zwei Wochen ihrer Semesterferien verbringen wollen, soll erst gegen 12 Uhr abheben. „Halb so wild“, sagt Steffen. „Wir haben gerade ein paar nette Mädels kennengelernt. Die warten auch auf ihren Flug. Da hat es sich fast schon wieder gelohnt.“

 Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen.
Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen. Foto: Christoph Schroeter
Warnstreik am Flughafen in Düsseldorf

Immerhin gingen die Flüge der beiden noch ab Düsseldorf. Passagiere anderer Flüge mussten per Bus nach Köln oder auch Paderborn fahren, um von dort aus zu fliegen.

Der Flughafen Düsseldorf hatte für Freitag mit 280 Flugbewegungen gerechnet. Davon hatten die Airlines am Morgen bereits rund 90 Abflüge und 70 Ankünfte gestrichen. Der Airport rechnete mit insgesamt etwa 26.700 Passagieren. „Fluggäste müssen sich seit Betriebsbeginn auf erhebliche Verzögerungen bei der Passagierkontrolle einstellen“, teilte ein Flughafensprecher mit.

Vor dem Zugang zur Sicherheitskontrolle standen teilweise sehr viel Menschen, dann war der Bereich direkt davor wieder fast leer. Warum das so war, erklärte ein Mitarbeiter des Flughafens: „Die Passagiere warten immer an den Check-In-Schaltern ihrer Airline und werden dann in Hundertergruppen zum Sicherheitscheck gebracht. Die Gruppe wird dann erst komplett abgearbeitet, dann kommt die nächste.“

Die Gewerkschaft Verdi hatte Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich des Airports dazu aufgerufen, am Freitag zwischen 3 Uhr morgens und Mitternacht die Arbeit niederzulegen. Betroffen von dem Warnstreik sind Verdi zufolge unter anderem die Fluggastkontrolle, der Rollstuhlservice sowie die Personal- und Warenkontrolle. Ein Sprecher sagte am Freitagmorgen, es gebe eine „sehr hohe Streikbeteiligung“.

In der Luftsicherheitsbranche läuft derzeit ein Tarifstreit. In zwei Gesprächsrunden zur Erhöhung der Entgelte für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Verdi verhandelt bundesweit für etwa 25.000 Beschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Warnstreik am Flughafen in Düsseldorf