Düsseldorf: Flughafen setzt auf große Jets

Düsseldorf: Flughafen setzt auf große Jets

Die Verdreifachung der Tanklager bedeutet nicht, dass man mit mehr Flügen rechnet. Da viele Airlines Düsseldorf mit größeren Maschinen anfliegen, will man mehr Sprit auf Lager haben. Ab 2012 15.000 Kubikmeter – das reicht für drei bis vier Tage. Auch auf den A 380 ist man eingestellt.

Die Verdreifachung der Tanklager bedeutet nicht, dass man mit mehr Flügen rechnet. Da viele Airlines Düsseldorf mit größeren Maschinen anfliegen, will man mehr Sprit auf Lager haben. Ab 2012 15.000 Kubikmeter — das reicht für drei bis vier Tage. Auch auf den A 380 ist man eingestellt.

Die Vergrößerung der Tanklagerkapazität am Flughafen bedeutet nicht, dass man in naher Zukunft mit nennenswert mehr Starts und Landungen rechnet. Das betonte gestern nicht nur ein Sprecher des Flughafens, sondern auch Vertreter der Ratsparteien bemühten sich, Befürchtungen von Anwohnern zu zerstreuen.

Selbst der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Norbert Czerwinski, wies diesen Zusammenhang zurück: Das Eine habe mit dem Anderen nichts zu tun. Die Grünen begrüßen die Pläne sogar, da nach dem Ausbau der größte Teil des Sprits per Schiene, also umweltfreundlicher, und nicht mehr mit Lkw angeliefert werden.

Wie am Samstag in der RP berichtet, wird das Tanklager des Flughafens im kommenden Jahr von derzeit 4600 auf später 15 000 Kubikmeter ausgebaut und näher an die südöstlich vorbeiführende Bahnverbindung verlegt. Mit Hilfe einer eigens zu bauenden Verladestation wird man künftig den größten Teil des Kerosins auf der Schiene heranschaffen. Derzeit rollen pro Tag 100 Lkw an.

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In einer Beschlussvorlage, über die der Rat in seiner nächsten Sitzung entscheiden wird, kalkulieren die Fachleute, dass man bis 2034 jährlich 1,2 Millionen Kubikmeter Kerosin in Düsseldorf umsetzen werde. Zur Zeit sind es 750 000.

Grund für die größere Nachfrage: Die Airlines setzen seit geraumer Zeit auf immer größere Flieger bei ihren Fliegen ab und nach Düsseldorf. Beleg dafür: 2010 stieg die Zahl der Passagiere von knapp 18 auf über 19 Millionen Menschen — aber die Zahl der Flugbewegungen veränderte sich nicht nennenswert. Lufthansa ist zum Beispiel bei vielen innerdeutschen Flügen von vergleichsweise kleinen Fliegern auf Maschinen umgestiegen, die mehr als hundert Passagiere fassen. Bei anderen Gesellschaften ist das ähnlich. Emirates fliegt täglich nach Dubai und setzt auf dieser Route eine Boeing 777 ein, die je nach Ausstattung zwischen 364 und 442 Passagiere transportieren kann und reagierte damit auf wachsende Nachfrage. Langfristig ist es sogar denkbar, dass das weltgrößte Flugzeug, der Airbus 380, einmal regelmäßig hier landet.

Ein weiterer Grund für den Ausbau der Tanklager ist die höhere Versorgungssicherheit. Derzeit reichen die Vorräte kaum länger als einen Tag. Diese Frist will man auf mindestens vier Tage herauf setzen — und denkt auch an Wetterlagen, wie die um die Jahreswende, wo die Anlieferung des Sprits auch per Bahn stocken könnte. Dann sei man mit einem größeren Vorrat auf der sicheren Seite, hieß es beim Flughafen.

(RP)
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