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Flughafen Düsseldorf will Seelsorge retten

Düsseldorf : Düsseldorfer Flughafen will Seelsorge retten

Der Airport bietet an, eineinhalb Stellen zu finanzieren. Die Kirchen streben ein ökumenisches Modell an.

Der Düsseldorfer Flughafen will nach RP-Informationen Personal finanzieren und Räume bereit stellen, um den beiden großen Kirchen auch künftig ein seelsorgerisches Angebot an Deutschlands drittgrößtem Airport zu ermöglichen. "Die Flughafen Düsseldorf GmbH übernimmt die Kosten für 1,5 Vollzeitstellen und stellt entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung", sagt Flughafen-Sprecher Thomas Kötter. "Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir in der Lage sein, für die Menschen am Flughafen 365 Tage im Jahr zu den Betriebszeiten ein seelsorgerisches Angebot vorhalten zu können", ist Kötter optimistisch. Die Verträge seien "nahezu unterschriftsreif".

Wie die Lösung konkret aussehen soll, verhandeln evangelische und katholische Kirche derzeit in vertraulichen Gesprächen. Wenn möglich, sollen die neuen Seelsorger ihre Arbeit mit Beginn der Sommerferien in knapp vier Wochen aufnehmen. Ein ambitioniertes Ziel.

Michael Hänsch, Geschäftsführer der katholischen Kirche in Düsseldorf, bestätigt die Verhandlungen. Dass man jenseits der Notfall-Seelsorge, wie beispielsweise beim Absturz der German Wings Maschine in den französischen Alpen, ein Alltagsangebot am Airport braucht, steht für den Theologen außer Frage. "Egal, ob ein verstorbener Angehöriger überführt wird, Reisende um einen sicheren Flug beten wollen oder ein Gespräch dabei hilft, die Flugangst im Zaum zu halten. Kirche sollte immer da sein, wo die Menschen uns brauchen", sagt Hänsch und vergleicht die Flughafenseelsorge des 21. Jahrhunderts mit den Bahnhofsmissionen früherer Jahrzehnte.

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Freilich sind kurz vor dem erwünschten Start noch viele Details offen. Geklärt werden muss zum Beispiel, wer mit welchem Personal vor Ort ist. "Mit Blick auf den Priestermangel glaube ich nicht, dass das Erzbistum einen Pfarrer an den Flughafen schickt. Wahrscheinlicher ist der Einsatz eines Religionspädagogen oder eines Gemeindereferenten", sagt Hänsch. Eine Aufteilung der vom Flughafen genannten anderthalb Stellen auf jeweils eine dreiviertel Stelle in evangelischer beziehungsweise katholischer Hand sei eine von mehreren Optionen. Auch andere Aufteilungen seien denkbar.

Die evangelische Kirche mit Superintendentin Henrike Tetz an der Spitze will noch keine Einschätzung abgeben. Die Gespräche seien sensibel, heißt es. Bis vor kurzem waren die Protestanten alleinige Träger des besonderen Angebots am Flughafen. Ansprechpartner vor Ort war seit 2006 Pfarrer Detlev Toonen. Doch der ist seit ein paar Monaten nicht mehr vor Ort, nimmt inzwischen eine andere Aufgabe war. Der Rückzug der Protestanten aus dem bisherigen Modell hat finanzielle Gründe. Bis 2018 will die Landeskirche 20 Millionen Euro einsparen. Das sind rund 35 Prozent. Entsprechend hart ist der Sparkurs.

Offene Fragen gibt es aber auch bei den Katholiken. "Der Köln-Bonner Flughafen könnte fragen, warum nur Düsseldorf eine eigene Seelsorge erhält", meint Hänsch.

(jj)