Flughafen Düsseldorf: Noch keine speziellen Kontrollen wegen Corona-Virus

Flughafen Düsseldorf : Noch keine speziellen Kontrollen wegen Corona-Virus

Das Corona-Virus breitet sich weiter aus. Mehr als 400 Fälle wurden in China bereits registriert, neun Menschen sind gestorben. Erstmals wurde das Virus auf einem anderen Kontinent nachgewiesen. Am Flughafen Düsseldorf gibt es noch keine speziellen Kontrollen.

Am Düsseldorfer Flughafen kommen täglich tausende Menschen aus aller Welt an. Auch von und nach China gibt es direkte Flüge. Dort grassiert gerade das neuartige Corona-Virus, mit dem sich bis Mittwoch bereits 440 Menschen infiziert haben, neun sind daran gestorben.

Mittlerweile hat das Virus Länder- und Kontinentalgrenzen übersprungen, erste Fälle wurden aus Japan, Südkorea, Taiwan und Thailand gemeldet. Und auch bei einem US-Bürger wurde das Virus nachgewiesen. Der Mann war in der vergangenen Woche aus der chinesischen Stadt Wuhan kommend in der Nähe von Seattle im US-Bundesstaat Washington eingetroffen.

Während in den USA bereits an einigen Flughäfen spezielle Kontrollen für Reisende aus den betroffenen Gebieten in China eingeführt wurden, sieht man am Flughafen Düsseldorf dafür derzeit noch keine Notwendigkeit.

„Die Entscheidung dafür liegt auch nicht bei uns, sondern beim Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf“, sagt Flughafensprecher Nicolas Berthold. Und dort sehe man aktuell noch keine Gefährdungslage. „Wir werden sonst sofort darüber in Kenntnis gesetzt“, so Berthold. Auch das bundeseigene Robert-Koch-Institut schätze die Gefahr derzeit noch als gering ein.

„Wir stehen darüber auch in Kontakt mit dem Flughafenverband ADV“, sagt Berthold. Und von dort heiße es, auch das Gesundheitsministerium in Berlin teile diese Einschätzung. „Wir beobachten die Entwicklung aber genau“, sagt Berthold, „denn es kann sich schnell etwas ändern.“ Und dann werde man entsprechende Kontrollen sofort einrichten.

Das neue Virus kann Husten, Fieber, Atembeschwerden, aber auch Lungenentzündungen auslösen. Es wurde Gesundheitsexperten zufolge zunächst von Wildtieren, die in Wuhan illegal verkauft wurden, auf Menschen übertragen. Mittlerweile werde der Erreger aber auch von Mensch zu Mensch weitergeben.

Die WHO will sich am Mittwoch bei einem Krisentreffen mit der neuartigen Krankheit befassen. Ein Notfallkomitee will darüber beraten, ob ein internationaler Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll.

Das neue Virus stammt aus der Erregerfamilie, zu der auch der tödliche Sars-Erreger gehört. An der Sars-Epidemie waren in den Jahren 2002 und 2003 knapp 350 Menschen in Festlandchina sowie knapp 300 weitere in Hongkong gestorben.