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Flughafen Düsseldorf: Messerattacke auf Busfahrer - mutmaßlicher Täter geistig verwirrt

Messerangriff am Flughafen Düsseldorf : Zustand des Busfahrers stabil – mutmaßlicher Täter in Psychiatrie

Nach der Messerattacke auf einen Busfahrer am Düsseldorfer Flughafen am Donnerstagabend ist der Zustand des Opfers offenbar stabil. Der mutmaßliche Täter wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

Wie ein Sprecher der Rheinbahn mitteilte, ist der Zustand des angegriffenen Busfahrers mittlerweile stabil. Das bestätigte auch Ursula Schiwy, Geschäftsführerin des Busunternehmens, bei dem der 55-Jährige beschäftigt ist. Die Firma Schiwy bedient schon seit mehreren Jahren Buslinien im Auftrag der Rheinbahn. Der Fahrer ist ebenfalls schon seit mehreren Jahren dort beschäftigt.

„Ich kann es gar nicht glauben“, sagte Schiwy auf Anfrage. „So etwas habe ich in 50 Jahren in der Branche nicht erlebt.“

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Fahrgast, ein 37 Jahre alter Ire, den Bus der Linie 760 Richtung Wittlaer am Donnerstagbend kurz vor 21.30 Uhr auf Höhe des Terminal C betreten. Dem Vernehmen nach kaufte er ein Ticket, setzte sich hin, stand dann unvermittelt wieder auf und griff den Fahrer von hinten mit einem Messer an. „Es gab keine Diskussionen, er hat ihn aus heiterem Himmel attackiert“, sagt Ursula Schiwy. Der Mann verletzte den Fahrer laut Polizei an der Brust.

Nach Angaben eines Polizeisprechers befanden sich zu diesem Zeitpunkt nur wenige Fahrgäste im Bus. Von ihnen wurde niemand verletzt. Wer den Notruf wählte, ist bislang nicht bekannt. Der mutmaßliche Täter soll sich nach der Tat wieder hingesetzt haben.

Der Busfahrer musste schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert werden, wie die Polizei mitteilte. Nach Auskunft der Ärzte bestand zeitweilig Lebensgefahr. Mittlerweile sei der Gesundheitszustand des Busfahrers noch ernst, aber stabil.

Der mutmaßliche Täter ließ sich laut Polizei vor Ort widerstandslos festnehmen. Er wurde zunächst zur Polizeiwache gebracht, mittlerweile befindet er sich in einer psychiatrischen Klinik.

Ein Sprecher der Rheinbahn teilte mit, das Unternehmen erkundige sich regelmäßig nach dem Zustand des verletzten Fahrers und habe eine Genesungskarte auf den Weg gebracht. Man habe zudem ein Schreiben an die Mitarbeiter der Rheinbahn formuliert, in dem man versichere, die Situation mit der Polizei gemeinsam genau zu analysieren und eventuell zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen. „Allerdings sind solche Vorfälle tatsächlich unheimlich selten“, sagte der Sprecher. Er zitierte einen Fall vor einigen Jahren in Holthausen, wo ein Bahnfahrer - vor seinem Fahrzeug wartend - unvermittelt eine Bierflasche ins Gesicht bekommen habe. Man könne bei 20 Millionen Fahrgästen im Jahr nicht ausschließen, dass darunter auch psychisch kranke Menschen seien. Eine hundertprozentige Sicherheit könne man daher nicht gewährleisten, da die Fahrer für die Fahrgäste ansprechbar bleiben müssten.

Das sieht der Betriebsrat der Rheinbahn etwas anders. „Es gibt schon eine gewisse Besorgnis unter den Mitarbeitern“, sagt Michael Pink, stellvertretender Vorsitzender, „gerade was den Einsatz in den äußeren Stadtteilen angeht, wo nachts wenig Fahrgäste unterwegs sind - und auf den sogenannten Discolinien, wo eher mal alkoholisierte Fahrgäste mitfahren.“ Er sei deshalb sehr froh über einen Feldversuch der Rheinbahn, bei dem in Kürze drei Busse mit einer Schutzscheibe zwischen Fahrgast und Fahrer getestet würden. „Die Kommunikation wird trotzdem möglich sein“, so Pink. „Sie müssen sich das Ganze wie einen Bankschalter vorstellen.“ In Essen habe der Nahverkehr damit gut Erfahrungen gemacht.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes stand, dass ein Fahrgast durch Messerstiche verletzt wurde. Diese Information war falsch, es handelt sich um den Busfahrer. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Messerattacke auf Busfahrer am Flughafen Düsseldorf

(siev/hpaw)