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Flughafen Düsseldorf in Corona-Krise: So ruhig ist es hier gerade

Luftverkehr in Düsseldorf : So ruhig ist es gerade am Flughafen Düsseldorf

Geschlossene Geschäfte, wenig Passagiere, leere Schalter – ein Besuch am größten Airport Nordrhein-Westfalens. Dort wird seit Montag nur noch einer von drei Flugsteigen genutzt.

Lohausen Der Flughafen ist normalerweise selbst dann ein schöner Ort, wenn man nicht einmal selbst ein Ticket hat. Das Flirren in der Abflughalle, das geschäftige Treiben an den Schaltern, die glücklichen Menschen mit ihren Koffern. Davon ist gerade nichts zu spüren: In der Abflughalle des Airports herrscht am Montagmittag eine geradezu gespenstische Stille, die man vor wenigen Wochen kaum für möglich gehalten hätte. Ein paar Passagiere sitzen neben ihrem Gepäck, ein Mann blickt ratlos auf die Anzeige, viele Schalter sind unbesetzt. Die Modegeschäfte der Airport Arkaden, sonst ein sicherer Tipp an Sonn- und Feiertagen, sind geschlossen.

Alle Passagiere werden von dieser Woche an nur noch zentral über Flugsteig A abgefertigt. „Aufgrund seiner großzügig angelegten Sicherheitskontrollen sowie der zahlreichen Gates und vielen verschiedenen Warteflächen ist er am besten geeignet, die derzeitigen Hygieneanforderungen zum Schutz der Passagiere und Mitarbeiter zu erfüllen“, hat der Airport mitgeteilt. Der Flugsteig B wird seit Donnerstag vorübergehend nicht genutzt, Flugsteig C nun auch nicht mehr. Die dynamischen Anzeigen des Düsseldorfer Flughafens verkünden dennoch Wartezeiten unter fünf Minuten. Das Verkehrsaufkommen lag vergangene Woche bei rund 20 Prozent des für diese Jahreszeit üblichen Volumens.

Und noch immer werden Flüge kurzfristig abgesagt. Das erfährt ein junger Mann, der um 15.10 Uhr heimfliegen wollte, in die albanische Hauptstadt Tirana. Für seinen Flug ist auf den Monitoren bereits ein Ausgang angezeigt – dennoch blinkt nun der Schriftzug „annulliert“ dahinter. „Der Flug sollte eigentlich gehen, und nun wohl doch nicht“, sagt er, deutet auf das Telefon in seiner Hand: „Ich soll die Fluggesellschaft anrufen, aber ich erreiche niemanden.“ Notfalls werde er weiter bei dem Freund übernachten, den er gerade zehn Tage besucht habe.

Eine Etage tiefer in der Ankunftsebene sieht es nicht anders aus. Die Schalter der Mietwagen-Anbieter sind besetzt, aber spärlich. Bei einem Schnellrestaurant stehen noch ein paar Menschen an – mit Abstand. Beinahe Normalbetrieb ist dagegen beim Rewe-Supermarkt, an zwei Kassen stehen jeweils mehrere Kunden mit ihren Einkäufen. Toilettenpapier ist übrigens auch hier gerade aus.

Gerade einmal zwei Flüge sollen in der nächsten Stunde ankommen, entsprechend wenige Wartende tummeln sich hier. Als sich die Schiebetüren öffnen, tritt erst einmal nur eine Handvoll Passagiere heraus, alle tragen einen Mundschutz. Dann folgen weitere Reisende – unter ihnen Hilde Kuss aus Hamm, die in den vergangenen Wochen eine regelrechte Odyssee hinter sich hat. Sie war auf einem Kreuzfahrtschiff, das nicht anlegen durfte – nicht auf Teneriffa, in Barcelona, dann auch nicht in Marseille. „Aber krank war bei uns an Bord niemand“, betont sie. An Land gegangen sind sie und die Freundin, die sie begleitet hat, schließlich in Genua – von da aus ging es mit dem Auto nach Rom, von wo aus eigentlich am Sonntag ein Flieger gehen sollte. „Der war aber voll, deswegen sind wir erst heute geflogen.“