Flughafen Düsseldorf: Immer wieder Probleme mit privaten Parkservices

Illegales Rennen mit Kundenautos : Immer wieder Ärger mit den Parkservices am Flughafen Düsseldorf

Parkservice am Flughafen – Privataufnahme eines Ex-Mitarbeiters

Gegen zwei Mitarbeiter eines Parkservices am Düsseldorfer Flughafen wird wegen eines illegalen Autorennens ermittelt. In der Vergangenheit sorgten solche Unternehmen schon öfter für Ärger. Im Juni startet ein Gerichtsprozess.

Ein Anruf der Polizei mitten im Urlaub ist für viele ein Alptraum, der für zwei Autobesitzer nun Realtiät wurde. Zwei Kunden eines privaten Parkservice am Düsseldorfer Flughafen erhielten jüngst die Nachricht, dass ihre Autos in Düsseldorf in ein illegales Straßenrennen verwickelt waren. Die Polizei hatte am Sonntagabend zwei junge Männer (20 und 22 Jahre) bei einem illegalen Straßenrennen mit den Autos der Kunden erwischt, deren Führerscheine eingezogen und die Autos sichergestellt.

„Fluggäste, die von weiter her kommen, wissen oft nicht, dass es am Flughafen Düsseldorf schon in der Vergangenheit zu Problemen mit privaten Parkservices gekommen ist“, sagt ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Redaktion. Die beiden betroffenen Kunden stammen aus dem Saarland und aus dem Münsterland.

Prozess startet im Juni 2018

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, handelt es sich bei den beiden Männern um Mitarbeiter der Firma „ParkTitan“. Im Impressum der Interseite ist als Inhaber die Firma „Airport Parking Solution Düsseldorf UG“ angegeben. Diese besitzt noch mindestens einen weiteren Parkservice mit dem Firmennamen „Airport Valet Parking“ am Düsseldorfer Flughafen.

Gegen eben jene Firma ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft schon einmal 2014. Damals gingen mehrere dutzend Strafanzeigen gegen den damaligen Geschäftsführer ein, weil Kunden ihre Autos irgendwo im Stadtgebiet wiederfanden. Oder weil Kunden anhand des Kilometerzählers nach ihrer Rückkehr feststellten, dass ihre Autos in ihrer Abwesenheit gefahren worden waren.

Im August 2014 führte die Polizei daraufhin eine Razzia bei fünf Parkservice-Firmen in Düsseldorf durch. Bis dahin lagen über 300 Strafanzeigen vor. Eine Sonderkommission ermittelte wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Damals fanden die Ermittler heraus, dass die Autos nicht nur in der direkten Nähe zum Flughafen abgestellt wurden. Als die Stadt Düsseldorf anfing, die Anlieger durch Parkscheiben-Vorschriften und Halteverboten von den illegal abgestellten Autos zu entlasten, brachten die Fahrer der Parkservice-Firmen die Autos sogar in die angrenzenden Kommunen nach Meerbusch oder Ratingen.

Der Prozess gegen einen der Hauptverdächtigen Halid R. startet am 20. Juni vor dem Amtsgericht in Düsseldorf, teilte Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück auf Anfrage mit. Allderdings sei es sehr schwierig, die Vergehen auch tatsächlich zu beweisen. Daher endeten solche Verfahren häufiger als sonst mit einem Freispruch.

Bei einem anderen Flughafen-Parkservice landeten Mitarbeiter schon 2015 vor Gericht. Der Geschäftsführer musste sich vor Gericht verantworten, weil ein Kunde nach seinem Urlaub eine Beule an seinem Wagen festgestellt hatte, die nur notdürftig ausgebessert worden war. Dem Kunden hatte man die „Reparatur“-Maßnahme verschwiegen.

Die beiden Autobesitzer aus dem Saarland und dem Münsterland müssen derartiges nicht befürchten. Die stehen sicher bei der Polizei.

(heif)
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