Flughafen Düsseldorf: Darum will Kötter die Kontrollen aufgeben

Sicherheit : Warum die Firma Kötter die Kontrollen am Flughafen aufgeben will

Der Vertrag des Sicherheitsunternehmens endet vorzeitig im Mai 2020, der Auftrag wird dann neu ausgeschrieben. Kötter kann sich vorstellen, sich dann wieder zu bewerben – aber nur zu geänderten Bedingungen.

Das Sicherheitsunternehmen Kötter Aviation Security kann sich vorstellen, sich wieder um den Auftrag für die Sicherheitskontrollen am Flughafen zu bemühen. Die Dienstleister dürften aber nicht das letzte Glied in der Kette sein, erklärte das Unternehmen: „Sie stellen zwar die Mitarbeiter, haben aber auf die Berechnung des erforderlichen Personals keinen Einfluss. Nach dem Vorbild unserer europäischen Nachbarn sollte die Planungshoheit daher an den Dienstleister übergehen.“ Bislang plant ein anderes Unternehmen im Auftrag der Bundespolizei den Personalbedarf – diese Anforderungen habe man 2019 in Düsseldorf bisher zu 97 Prozent erfüllt. 

Entsprechend sieht sich das Unternehmen auch nicht in der Verantwortung für zeitweise lange Warteschlangen am Airport. Man habe 2017 – als es zeitweise zu massiven Wartezeiten kam – ein Personalproblem gehabt und sei damals zu recht kritisiert worden. 2018 und im laufenden Jahr habe man aber Top-Werte erreicht, was die Erfüllung der von der Bundespolizei angeforderten Stunden angehe.

Aus Sicht von Kötter darf das unternehmerische Risiko in Zukunft nicht allein beim für die Kontrolle zuständigen Dienstleister liegen – etwa für den Fall, dass sich die Peak-Zeiten stark erhöhen, in denen für kurze Zeit mehr Personal für die Kontrollen benötigt wird. „Ich muss die Mitarbeiter, die ich einsetze, stets für mindestens vier Stunden bezahlen“, erläutert der Geschäftsführende Direktor Peter Lange. Eine Statistik seines Unternehmens belegt, dass es 2018 viel öfter als früher dazu kam, dass in den zwei Stunden nach einem Peak plötzlich viel weniger Personal gebraucht wurde. „Bezahlt bekommen wir aber nur das, was auch tatsächlich angefordert wurde.“

Auch das habe dazu geführt, dass er schließlich beim Beschaffungsamt des Innenministeriums eine Erhöhung des Entgelts im zweistelligen Prozentbereich für die Kontrollen gefordert habe: „Schon mit der Hälfte hätten wir den Auftrag ordentlich zu Ende führen können.“ Stattdessen wurde Kötter vorgeschlagen, schriftlich die Aufhebung des Vertrags zu beantragen. Es habe ihn überrascht, dass dem auch stattgegeben wurde, sagt Lange.