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Flughafen Düsseldorf: Ab Juni 2020 wieder lange Warteschlangen möglich

Flughafen Düsseldorf : Am Airport drohen ab Juni deutlich längere Warteschlangen

Im Sommer 2017 hatten extrem lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen für Chaos am Airport Düsseldorf gesorgt. Jetzt droht eine neue Krise. Kurz vor der Sommerferien hört die bisherige Sicherheitsfirma auf. Der Flughafen gibt sich beunruhigt, auch die Gewerkschaft Verdi. Es geht um einen Auftrag von mehr als 50 Millionen Euro.

Nachdem die Sicherheitskontrollen am Flughafen Düsseldorf 2019 meistens relativ zügig liefen, drohen im Sommer diesen Jahres wieder Engpässe. Der Grund ist, dass ausgerechnet Ende Mai die bisherige Sicherheitsfirma Kötter komplett aufhören wird. Sie gab am Freitag bekannt, dass sie sich nicht um eine Verlängerung des seit vielen Jahren laufenden Vertrages bewerben wird. Er war auf ihren Wunsch hin vom Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums aufgelöst worden, weil Kötter zu hohe Verluste gemacht hatte.

Ein Sprecher des Flughafens gibt sich beunruhigt über die Entwicklung. Man müsse berücksichtigen, dass sich eine neue Sicherheitsfirma nun ausgerechnet dann einarbeiten müsse, wenn ab Juni in NRW die erste große Reisewelle mit dem Start der Sommerferien starte und die Drupa als eine der weltweit größten Messen in Düsseldorf stattfinden werde. Nun erwarte man „einen reibungslosen Übergang zum neuen Auftragnehmer“. Die Reisenden hätten Anspruch „auf eine solide Qualität“.

Flughafenchef Thomas Schnalke hatte schon im November vor einem Wechsel des Dienstleisters in der Hochsaison gewarnt: „Ich befürchte Engpässe, falls im Sommer 2020 erneut zu wenige Mitarbeiter an den Kontrollen stehen.“

Auch Ozay Tarim, Verdi-Gewerkschaftssekretär, ist wenig begeistert. Es sei zu begrüßen, dass künftige Dienstleister verpflichtet seien, alle 1100 Beschäftigten zu gleichbleibenden Konditionen zu übernehmen. Aber der Zeitraum sei eng: „Am 15. April soll entschieden werden, wer neuer Dienstleister wird. Sechs Wochen danach geht es los. Der schnelle Wechsel könnte zu Lasten der Mitarbeiter und Passagiere gehen.“

Peter Lange, Geschäftsführer von Kötter Securities am Flughafen, erläuterte, den Vertrag nicht verlängern zu wollen, weil es ein zu hohes wirtschaftliches Risiko gebe. Man hätte sich an der Neuausschreibung nur beteiligt, wenn „die operativen, wirtschaftlichen und sonstigen Rahmenbedingungen das unternehmerische Risiko kalkulierbar“ gemacht hätten. Dies sei nicht der Fall.

Branchenkenner sagen, dass Kötter störte, dass das Beschaffungsamt ausgeschlossen hat den Vertrag nachzuverhandeln, falls ein neuer Manteltarifvertrag die Kosten deutlich erhöhen würde. Im Gegenzug hatte die Behörde aber zugestanden, dass die Stundensätze deutlich großzügiger als bisher abgerechnet werden dürfen.

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Die Fluggesellschaft Eurowings erklärte, man erwarte, dass die Kontrollen „weiterhin so effizient und zeitsparend verlaufen wie bisher“.

Branchenkenner erwarten, dass sich die Sicherheitsfirmen DSW und I-Sec für den Auftrag bewerben, eventuell auch Frasec, eine Tochter des Frankfurter Flughafens Fraport. Das Auftragsvolumen liegt bei mehr als 50 Millionen Euro.

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