Lärmschutz: Flüsterasphalt für A46 in Wersten

Lärmschutz: Flüsterasphalt für A46 in Wersten

Erfolg für die Bürgerinitiative "Wersten aktiv": Die Landesregierung gibt grünes Licht für eine neue Asphaltdecke, die den Autobahnkrach in Wersten und Bilk halbieren soll. Jetzt ist die Stadt im Zugzwang: Während das Land handelt, steht das Verkehrsdezernat Düsseldorf noch auf der Bremse.

Gute Nachrichten für die lärmgeplagten Autobahn-Anwohner der A46 in Wersten und Bilk: In den offenen Autobahn-Trog zwischen dem "Werstener Tunnel" und dem "Universitätstunnel" kommt Flüsterasphalt. Und zwar bald.

Horst Becker (Grüne), Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, sagte gestern unserer Zeitung: "Ich gehe davon aus, dass wir den Autobahn-Lärm in Wersten und Bilk mit dieser Maßnahme noch in diesem Jahr deutlich senken werden." Auf die Nachfrage, ob dies eine Absichtserklärung oder beschlossene Sache sei, sagte Becker: "Das ist beschlossene Sache. Wir machen das so." Er werde sich mit dem Landesbetrieb Straßenbau in den nächsten Wochen abstimmen, wann mit den Arbeiten begonnen wird.

Geplant ist, den extrem lauten Gussasphalt auf der sechsspurigen Trasse durch Wersten mit einem sogenannten "Dünnschichtbelag" zu überziehen. Die schallschluckenden Eigenschaften dieses Überzuges sollen den Lärm auf der Stadtautobahn um bis zu vier Dezibel mindern, was gefühlt einer Halbierung des Lärms entspräche. Die genauen Kosten kann Becker noch nicht beziffern. Der Staatssekretär geht aber von "überschaubaren Mehrkosten" aus, weil erste Risse im aktuellen Fahrbahnbelag ohnehin bald Sanierungsmaßnahmen notwendig gemacht hätten. Dass der Dünnschicht-Auftrag eine kürzere Lebenszeit hat als ein kompletter Fahrbahnbelag aus Flüsterasphalt, muss die Bürger laut Becker nicht stören: "Wenn der neue Dünnschichtbelag eines Tages verschlissen ist, stehen auch die unteren Asphaltschichten zur Erneuerung an. Das wird dann der Anlass für einen Komplett-Tausch gegen Flüsterasphalt sein."

  • Lärmschutz kommt voran
  • Erkrath : A 3: Noch mehr Lärmschutz

Mit ihrem Vorpreschen zugunsten der Autobahn-Anwohner in Wersten und Bilk setzt die rot-grüne Landesregierung den schwarz-gelben Rat der Landeshauptstadt unter Druck. Denn in Wersten strahlt zusätzlich zur Autobahn auch die Werstener Straße, die in diesem Bereich als Hochtrasse geführt ist, gesundheitsgefährdenden Lärm in die Wohngebiete ab. Der Lärmschutz-Effekt des versprochenen Flüsterasphaltes auf der Autobahn kommt deshalb nur dann voll zur Geltung, wenn die Werstener Straße ebenfalls lärmmindernd asphaltiert wird. Dafür ist die Stadt zuständig. Bei einem Spitzentreffen von Stadt, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehrsministerium wurde deshalb gestern nach einem übergeordneten Schutzkonzept für Wersten und Bilk gesucht. Teilnehmern zufolge soll der Düsseldorfer Verkehrsdezernent Stephan Keller (CDU) sich zu städtischen Absichten aber sehr reserviert geäußert haben. Keller war gestern nicht erreichbar.

Umwelt-Dezernentin Hegla Stulgies (Grüne), die ebenfalls teilgenommen hat, sagt zu dem Gespräch: "Es ist richtig, dass wir eher vorsichtig sind. Aber das heißt ja nicht, dass wir in Wersten gar nichts machen." Einem Antrag von CDU und FDP für mehr Lärmschutz in Wersten hatten am 16. Juni 2011 im Umweltausschuss noch alle Fraktionen zugestimmt.

Der Sprecher der Lärmschutz-Initiative "Wersten aktiv", Eckart Schunk, sagte gestern: "Die Landesregierung hält Wort und setzt sich für die Gesundheit der Menschen in Wersten und Bilk ein. Wir hoffen, dass die Stadt Düsseldorf sich diesem Beispiel noch anschließt."

(RP/jco)
Mehr von RP ONLINE