Düsseldorf: Flüchtlingsrat will sich für Betroffene einsetzen

Düsseldorf: Flüchtlingsrat will sich für Betroffene einsetzen

Der Düsseldorfer Flüchtlingsrat will eine Lobby für die rund 800 in Düsseldorf lebenden Flüchtlinge bilden – jetzt hat sich der Zusammenschluss neu aufgestellt. Mit einem breiteren und verjüngten Vorstand will er gegen Missstände in Düsseldorf angehen. Die 35 Mitglieder kommen unter anderem aus den Kirchen, der Friedensbewegung und anderen politischen Gruppen. Im Vorstand sitzt auch Eva Klippenstein, die mit ihrem Mann Otto den Flüchtlingsrat lange geführt hatte. "Wir wollen ein breites, politisch neutrales Bündnis bilden", sagt Markus Rottmann, eines der neuen Mitglieder im fünfköpfigen Vorstand.

In seiner zweiten Mitgliederversammlung, die in dieser Woche im Zakk stattfand, hat der Flüchtlingsrat erste programmatische Ziele formuliert. So will er sich für eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen in Düsseldorf einsetzen. "Wir vermissen ein Gesamtkonzept", sagt Rottmann. Bislang betreibe die Stadt bei der Suche nach Unterkünften "Flickschusterei". Dies habe sich zum Beispiel kürzlich gezeigt, als die Stadt Flüchtlinge in Hotels unterbringen musste, weil nicht genügend Plätze in Wohnheimen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sei der Zustand der vorübergehend eingerichteten Unterkünfte oft schlecht. Der Flüchtlingsrat kritisiert außerdem Mängel in der sozialen Betreuung. Es sei zu wenig, dass sich nur drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen um die Betreuung der Flüchtlinge kümmern.

Ein zweites Ziel des Bündnisses ist es, eine "Willkommenskultur in den Stadtteilen" zu schaffen, wie Rottmann sagt. Vorbild ist Gerresheim, wo sich die evangelische Gemeinde für die Integration von Flüchtlingen einsetzt.

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Der Rat will seine Arbeit beim Zakk-Straßenfest am 14. Juli mit einem eigenen Stand der Öffentlichkeit vorstellen.

(arl)
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