Düsseldorf: "Flüchtlinge willkommen" - Stadt plant Aufkleber

Düsseldorf : "Flüchtlinge willkommen" - Stadt plant Aufkleber

In den sozialen Netzwerken machte sich am Mittwoch Empörung breit: Rund um die Friedenstraße, wo in der Turnhalle des Leo-Statz-Berufskollegs seit zwei Wochen Flüchtlinge untergebracht sind, waren anonyme, handschriftliche Botschaften verteilt worden, auf denen behauptet wird, es sei zu Straftaten gekommen.

Weder Polizei noch der Stadt sind irgendwelche Vorfälle dieser Art bekannt, die Zettel haben offenbar das Ziel, in der Bevölkerung Ressentiments zu schüren.

"So etwas kommt immer wieder vor", sagt die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch. Das seien aber nur einige wenige Extreme, die Stimmung machen wollten. "Die große Mehrheit der Düsseldorfer steht den Flüchtlingen positiv gegenüber, erkennt die Not und will vor allem helfen", sagt Koch. Dennoch gebe es nun Überlegungen im Rathaus, dieser Mehrheit auch einen Kanal zu geben. Das könnten laut Koch Flyer oder Aufkleber sein, die die Botschaft senden: "Flüchtlinge sind bei uns willkommen!"

Das wäre ein ähnlich starkes Signal wie der Protest gegen die rechtspopulistische "Dügida", die sich über Monate hinweg jeden Montag mit ein paar Dutzend Teilnehmern im Düsseldorfer Bahnhofsvierteln getroffen hatte. Jedes Mal waren hunderte Menschen bei der Gegendemonstration auf die Straße gegangen, um zu zeigen, dass die Stadt für solche politischen Strömungen kein Nährboden sei. Schließlich gab "Dügida" auf. Einen ähnlichen Effekt könnte laut Koch ein entsprechender Vorstoß haben, um die Menge der mit Flüchtlingen solidarischen Menschen deutlich zu machen.

Die Hilfsbereitschaft ist auch innerhalb der Stadtverwaltung groß. Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte in einem internen Schreiben die Rathaus-Mitarbeiter gebeten, heute bei dem Aufbau von 300 Betten für Flüchtlinge in der Sporthalle der Heinrich-Heine-Universität zu helfen. "Es haben sich so viele gemeldet, dass ich etlichen absagen musste", sagt Koch. Wer nicht unter den heute eingeteilten 100 Helfern ist, wird bei anderen Projekten eingesetzt. "Bedarf wird in den nächsten Wochen viel sein", so Koch. Die Sporthalle der Universität steht bis Mitte Oktober zur Verfügung. Diese und nächste Woche werden in Holthausen und Derendorf Zelthallen für insgesamt 600 Flüchtlinge aufgebaut, weitere sollen folgen.

(RP)