Düsseldorf: Flüchtlinge mit Infektionen kommen in Ex-Krankenhaus

Düsseldorf: Flüchtlinge mit Infektionen kommen in Ex-Krankenhaus

Windpocken, Masern, Grippe - in den Flüchtlingsunterkünften kommen Infektionskrankheiten ebenso vor wie im Rest der Bevölkerung. Doch problematisch wird es, wenn die Asylsuchenden nach der Behandlung im Krankenhaus entlassen werden und immer noch ansteckend sind. "Andere Menschen werden einfach nach Hause geschickt, aber wenn das Zuhause eine Sammelunterkunft ist, ist die Gefahr groß, andere anzustecken", sagt Klaus Göbels, Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes.

Um das zu verhindern, soll nun auf dem Gelände des früheren Krankenhauses in Benrath an der Hospitalstraße in einem Pavillon eine entsprechende Unterkunft eingerichtet werden. Eine Behandlung ist dort ausdrücklich nicht vorgesehen, vielmehr sollen an Infektionen erkrankte Geflüchtete, die keine medizinische Versorgung mehr brauchen, dort bis zu ihrer endgültigen Genesung leben. "Flüchtlinge, die nicht in Sammelunterkünften, sondern beispielsweise in Wohnungen leben, können selbstverständlich dorthin zurückkehren", betont Göbels. Es gehe nur darum, die Ansteckungsgefahr so gut wie möglich einzudämmen.

In dem ehemaligen Krankenhaus wurde bereits im Erdgeschoss eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. In dem Genesungs-Pavillon sollen ab morgen zunächst zehn Menschen untergebracht werden. Sollte der Bedarf steigen, kann nach Angaben der Stadt in den nächsten Wochen in den oberen Etagen des Gebäudes auf bis zu 60 Betten aufgestockt werden.

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Eine Unterbringung von Menschen, die an Tuberkulose (TBC) erkrankt und in der abklingenden Phase sind, ist derzeit nicht gedacht. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen. Denkbar wäre dann, mehrere TBC-Fälle in einem Raum unterzubringen. Voraussetzung wäre, dass sie keine medizinische Behandlung mehr benötigen. Erst vor einer Woche war bei einem 30-Jährigen, der in einer Erstaufnahmeunterkunft an der Rather Straße gelebt hatte, offene TBC diagnostiziert worden. Er befindet sich nach wie vor in der Uni-Klinik und wird dort behandelt. Seine sechs Kontaktpersonen sind zur Untersuchung einbestellt. Bisher sind keine Auffälligkeiten bekannt. Vor einiger Zeit hatte es in einer Düsseldorfer Unterkunft auch Windpocken-Fälle gegeben.

(dr)
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