Düsseldorf-Mörsenbroich: Fliegerbombe in Gartenstadt Reitzenstein entschärft

Düsseldorf-Mörsenbroich : Fliegerbombe in Gartenstadt Reitzenstein entschärft

Um 18.48 Uhr gab Frank Stommel vom Kampfmittelräumdienst Entwarnung: Die britische Fünf-Zentner-Bombe, die ein Bagger Freitagmittag auf dem Gelände der früheren Reitzenstein-Kaserne ausgegraben hatte, war entschärft.

Weil das Gewinde des Zünders nicht mehr intakt war, hatte sich der 54-Jährige gegen sein typisches Werkzeug — die Zange — entschieden und sicherheitshalber eine Fernentschärfung vorgenommen. Nach der Entschärfung durften die Evakuierten wieder nach Hause und die rund 2000 Menschen im weiteren Sicherheitsradius auch ihre Wohnungen wieder verlassen.

Foto: Feuerwehr

Weil diesmal nur 36 Personen im engeren Sperrkreis evakuiert werden mussten, hatte die Feuerwehr eigentlich nicht mit großen Verzögerungen gerechnet, wie sie zuletzt bei der Entschärfung am Mörsenbroicher Ei registriert wurden. Aber auch diesmal musste das Ordnungsamt einige Leute nachdrücklich auffordern, ihre Wohnungen zu verlassen. Per Lautsprecherdurchsagen hatte die Feuerwehr dazu bereits am Nachmittag aufgefordert und an der Graf-Recke-Straße eine Betreuungsstelle eingerichtet. Diese nahmen acht Erwachsene und drei Kinder in Anspruch.

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Ab 17.30 Uhr wurden auch die umliegenden Straßen gesperrt, auch die Rheinbahn-Linien 712, 733 und 730 konnten nicht fahren.

Eine größere Herausforderung stellte die Entschärfung für viele Eishockey-Fans dar. Freitagabend spielte die Düsseldorfer EG zum Saisonende gegen die Grizzly Adams Wolfsburg, wozu mehr als 10.000 Zuschauer erwartet wurden — denn die DEG veranstaltete gemeinsam mit der Stadt den vierten "schools day", hatte Tickets an 68 Schulen und Vereine verkauft. Frühzeitig riet deshalb die Feuerwehr den Fans, auf dem Weg zum ISS Dome das alte Kasernengelände möglichst zu meiden.

Auf dem Reitzenstein-Gelände wächst derzeit die Gartenstadt mit mehr als 1000 Wohneinheiten und großen Grünflächen. Da der Standort im Krieg zu den Bombenzielen der Alliierten zählte, ist dort auch die Zahl der Blindgänger hoch, die jetzt bei Bauarbeiten entdeckt wird. Allein im vorigen Jahr mussten zwei entschärft werden.

(ila/sg)