Flic Flac: Zirkus kommt am 15. April für Show nach Düsseldorf

Flic Flac kommt nach Düsseldorf : Ein Unternehmen in Bewegung

Seit 30 Jahren tourt der Zirkus Flic Flac durch Deutschland. Das Unternehmen ist ein mittelständischer Familienbetrieb, der jetzt nach Düsseldorf kommt.

Über 700 Tonnen Equipment, 100 Mitarbeiter, davon 35 Artisten — Flic Flac ist nicht nur ein Zirkus, sondern auch ein mittelständisches Unternehmen auf Rädern, genauer gesagt auf rund 400 Rädern. Denn in etwa so viele setzen sich in Bewegung, wenn die zwölf Zugmaschinen mit ihren 46 Sattelaufliegern wieder losrollen, um von einem Gastspielort zum nächsten zu fahren.

So auch am 15. April, wenn der Zirkus im 30. Jubiläumsjahr in Düsseldorf ankommt. Drei Tage lang wird dann auf den Rheinwiesen aufgebaut, bevor am 18. April die erste Vorstellung beginnt. „Wir sind im Prinzip wie ein Handwerksbetrieb“, erklärt Larissa Medved-Kastein, die gemeinsam mit ihrer Schwester Tatjana Kastein im Februar dieses Jahres das Tournee-Geschäft von ihrem Vater und Flic Flac-Mitbegründer Benno Kastein übernommen hat. „Nur mit dem Unterschied, dass bei uns sehr viele verschiedene Berufsgruppen arbeiten. Dazu gehören natürlich die Artisten, der Zeltmeister, Musiker, der Choreograf, Requisiteure aber auch Mitarbeiter in der Verwaltung und der Technik sowie Putzkräfte.“

Und auch in einer anderen Hinsicht unterscheidet sich der Zirkus von anderen Unternehmen gleicher Größe. Zwar hat Flic Flac seine Basis in Duisburg, „aber wir sind eigentlich immer auf Tour, außer in den fünf Wochen Sommerpause“, so Medved-Kastein weiter.

Doch so ein Leben mit ständig wechselnden Aufenthalts- und Arbeitsorten ist nicht für Jedermann. „Da muss man schon hinein geboren oder zumindest damit groß werden“, sagt die Zirkus-Chefin. Unterrichtet wurden die beiden Geschwister in ihrer Kindheit und Jugend von einem Privatlehrer in einem Schulwagen, der immer mitreiste.

Auch ihre Mitarbeiter finden die beiden Chefinnen oftmals auf eher unkonventionelle Weise. „Wir gehen gerne durch die Straßen und sehen uns Straßenakrobaten an. Und wenn sie gut sind, sprechen wir sie an“, so Medved-Kastein. „Wir bekommen natürlich auch täglich mehrere Bewerbervideos und gehen auch gezielt auf Zirkusfestivals oder Zirkusschulen, wie der in Berlin, aber vor allem denen in Russland und der Ukraine. Die sind besonders gut.“

Und tatsächlich arbeiten Künstler unterschiedlichster Nationen bei dem Zirkus. „Wir haben Artisten aus Kolumbien, Brasilien, Indien, Italien, Schweden und der Schweiz und eine sehr große Gruppe aus China und Russland. Und unsere Bühnenhelfer kommen vorwiegend aus Rumänien“, erklärt Ko-Chefin Tatjana Kastein. Die „Verkehrssprache“ ist Englisch. „Zirkusenglisch“, fügt Medved-Kastein hinzu.

Flic Flac begreift sich als mittelständisches Familienunternehmen. „Der Zirkus wurde vor 30 Jahren von unserem Vater gemeinsam mit seinem Bruder und ihren Frauen gegründet“, erklärt Kastein, „und ist seither familiengeführt.“ Flic Flac hat zwar einen festen Kern an Mitarbeitern, die schon sehr lange dabei sind, „und ohne diese guten Leute würde das auch nicht funktionieren“, so die Unternehmerin weiter. Aber da das Programm alle zwei Jahre eine neues ist, wechseln dann auch jeweils die Artisten.

Doch nicht nur künstlerisches, sondern auch handwerkliches Talent ist bei dem Zirkus gefragt. Alle paar Wochen muss eine funktionierende Kleinstadt mit Wohnwagen, mobilen WCs, Duschen, Strom- und Wasserversorgung, Abwasserleitungen, einem Zaun und natürlich dem Hauptzelt sowie dem Vor- und Backstage-Zelt auf- und abgebaut werden. Und damit das 42 Meter breite und 18 Meter hohe Hauptzelt auch orkanartigen Böen standhalten kann, werden 500 Anker zur Befestigung mit Presslufthämmern in den Boden getrieben.

Für ein Privatleben finden die beiden Zirkus-Chefinnen trotz des anstrengenden Jobs Zeit. Tatjana Kastein hat eine dreijährige Tochter. Larissa Medved-Kastein eine zweijährige. Beide standen bis zur Geburt ihrer Töchter als Artistinnen auf der Bühne. „Das Schöne in unserem Beruf ist, wir sind flexibel und wir sind immer zusammen mit unseren Kindern und unserer Familie.“

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