Leichtathletik: Fitschen - Vorbild für Talente

Leichtathletik : Fitschen - Vorbild für Talente

Der 10.000-m-Europameister gehört am 6.Februar zu den Stars beim internationalen Leichtathletik-Hallenmeeting im Arena-Sportpark. Die Mischung lautet: Spitzen- und Breitensport.

Eine erfolgreiche Sportlaufbahn beginnt oft mit Erlebnissen, bei denen der Zufall eine entscheidende Rolle spielt. Jan Fitschen spielte früher wie viele Jungen mit 13 oder 14, die später zur Leichtathletik wechselten, Fußball. "Da sieht man im Fernsehen die Bilder von Athleten und sagt sich: Was muss das für ein Gefühl sein!", erzählt er von seiner Jugendzeit in Osnabrück. Die ersten Vorbilder. Und als er dann bei den Kreismeisterschaften erlebte, wie ein Sportler beide Crossstrecken gewann, war der Weg zu einer Karriere als Mittel- und Langstreckenläufer endgültig vorgezeichnet. Ein Weg, der den Blondschopf zum sensationellen 10000-m-Sieg bei der EM in Göteborg führte.

Mit 29 ist Fitschen nun selbst ein Vorbild, für viele junge Deutsche, die in seine Fußstapfen treten wollen. Und wenn er am 6.Februar im Arena-Sportpark über 3000 m startet, wird das für zahlreiche Talente vielleicht weiterer Ansporn sein, ihm nachzueifern und noch ein wenig emsiger zu trainieren. Bei dem Meeting starten nicht nur namhafte Athleten wie die Europameister Fitschen und Ralf Bartels (Kugelstoß) sowie die EM-Zweiten Thomas Blaschek (Hürdenlauf) und Tim Lobinger (Stabhochsprung), sondern auch etliche Jugendliche aus Düsseldorfer Klubs. Spitzen- und Breitensport: das ist die Mischung, die dem Sportfest einen besonderen Charakter geben soll.

Fitschen sieht in seiner Teilnahme (bei der Premiere des Meetings erzielte er vor einem Jahr eine persönliche Bestzeit) eine Standortbestimmung. "Ich musste das Training reduzieren, da ich meiner Diplomarbeit zusteuere", erklärt der Physikstudent. "Außerdem konnte ich wegen einer Erkältung 14 Tage lang keine Tempoläufe machen." Düsseldorf hat er nicht nur deshalb in guter Erinnerung, weil er hier 2006 gewann. "Die Halle ist zwar relativ klein für solche Veranstaltungen", findet er, "aber dadurch ist die Stimmung noch besser. Sie ist Klasse." Mit Rücksicht darauf, dass er in diesem Jahr sein Studium abschließen möchte, tritt der Athlet des TV Wattenscheid in der Hallensaison kürzer. Düsseldorf ist für ihn eine von wahrscheinlich nur fünf Hallenstationen. Sei Hauptaugenmerk gilt der Freiluft-WM in Osaka.

Franziska Zahlten (14 Jahre/SFD) und Florian Kukalla (15/ART) sind zwei große Hoffnungen der Düsseldorfer Leichtathletik. Sie war im vorigen Jahr Deutschlands viertbeste Schülerin ihrer Altersstufe über 800m, er der sechstbeste Schüler seiner Klasse über 1000 m. "Das ist schon toll, wenn die Stars da auch laufen", sagt Franziska in ihrer Vorfreude auf das Meeting. "Für mich ist das spannend", meint Florian, "da sieht man, dass man alles nicht umsonst macht und dass es den Zuschauern gefällt."

Wie dachte einst Jan Fitschen: "Was muss das für ein Gefühl sein!"

(RP)