Firmenverbund in Düsseldorf: Düsselschmiede startet mit Mitfahr-App

Firmenverbund in Düsseldorf: „Düsselschmiede“ startet mit Mitfahr-App

Flughafen, Messe, RP-Mediengruppe, Stadtsparkasse und Stadtwerke gründen einen Unternehmensverbund. Zu Beginn sollen rund 10.000 Mitarbeiter von einer Mitfahr-App profitieren.

Die Zukunft ist anwesend vor der Zentrale der Stadtwerke Düsseldorf. Dort steht am Mittwoch der e.GO-Mover aus dem Hause des Aachener RWTH-Professors Günther Schuh, der bereits mit dem Streetscooter innovativer war als die deutsche Automobilindustrie.

Der Mover ist ein E-Kleinbus, der voll automatisiert vielleicht auch einmal in der Landeshauptstadt Menschen von A nach B bringt. Gebucht wird dann einer der 15 Plätze per App. Eine Do-it-Yourself-Rheinbahn und ein schönes Bild für die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels.

Diese Bandbreite haben fünf traditionsreiche Unternehmen aus der Landeshauptstadt vor Augen. Als „Düsselschmiede“ wollen Flughafen, Messe, Rheinische Post Mediengruppe, Stadtsparkasse und Stadtwerke jährlich zwei bis drei Projekte entwickeln, bei denen sie, ihre Mitarbeiter und der Standort Düsseldorf profitieren. 

Projekte

Immer mehr Menschen und mögliche Arbeitnehmer sind ein Plus im Ballungsraum Düsseldorf.  Der Zuwachs stellt besondere Anforderungen an Mobilitäts- und Logistikkonzepte, ein Dieselfahrverbot steht im Raum. „Neue Geschäftsmodelle entstehen an den Schnittstellen der Unternehmen“, sagt Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke.

Als erstes Vorhaben soll eine App freigeschaltet werden, mit der die rund 10.000 „Düsselschmiede“-Mitarbeiter Mitfahrgelegenheiten buchen können. „Die Gespräche mit einem jungen Unternehmen für eine Mitfahr-App laufen“, sagt Thomas Schnalke, Sprecher der Flughafen-Geschäftsführung. Bereits im zweiten Quartal geht die App voraussichtlich an den Start.

Umfragen hätten ergeben, dass die Mitarbeiter meist allein im Auto zur Arbeit fahren, mindestens 50 Prozent hätten jedoch ein Interesse an Fahrgemeinschaften. „Dann kann der Messe-Mitarbeiter aus Ratingen den Flughafen-Kollegen mitnehmen und unterwegs absetzen.“

Wie wichtig solche Initiativen sind, belegen Fakten: Jeden Tag hat Düsseldorf fast 500.000 Pendler (250.000 Ein-, 155.000 Binnen- und 85.000 Auspendler). Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel begrüßt die App. „So etwas bringt mehr als Bekenntnisse, mehr E-Mobile einsetzen zu wollen.“ Stadt und Rheinbahn sind potenzielle weitere App-Partner. Nächstes Projekt der „Düsselschmiede könnte die Bündelung von Lieferverkehren sein.

Mitarbeiter

Werner Dornscheidt, Vorsitzender der Messe-Geschäftsführung, betont die Vernetzung der Unternehmen. „Wir erreichen nahezu alle Haushalte in Düsseldorf und verfügen über fundierte Kenntnis unserer Heimatregion.“ Was dem eigenen Unternehmen nutze, sei vielleicht auch für andere interessant. Die „Düsselschmiede“ könne gemeinsame Lösungsansätze für Mitarbeiter diskutieren: bei Austauschprogrammen und Praktika, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung.

Wie bei allen Vorhaben des Verbundes gilt: Weitere Partner sind nicht ausgeschlossen. „Gemeinsam sind wir in einer Zeit, in der es auch um Talente und gute Mitarbeiter geht, attraktiver als jeder Einzelne von uns“, sagt Patrick Ludwig, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe.

Start-ups

Düsseldorf versteht sich als Standort für Start-ups. Karin-Brigitte Göbel, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse, ist konstruktiv selbstkritisch. „Wir stehen bei den jungen Unternehmern zunächst nicht auf dem Besuchszettel. Das werden wir ändern.“

Zunächst laden die „Düsselschmiede“-Unternehmen Start-ups im Rahmen der Start-up-Woche am 12. April zu sich ein. Um 17 Uhr sind in der Seifenfabrik an der Erkrather Straße Christian Baudis (Digital-Unternehmer, Ex-Google-Chef Deutschland) und Mirko Novakovic (CEO Instanta, Experte für Big Data) zu Gast.

Patrick Ludwig plädiert auch für die gemeinsame Suche nach lukrativen Investitionen und Geschäftsmodellen. So könne man Treiber von neuen Entwicklungen sein.

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