Analyse: Firmen melden weniger freie Stellen

Analyse : Firmen melden weniger freie Stellen

Die Arbeitslosigkeit in Düsseldorf lag in der zweiten Hälfte 2012 über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen betreiben derzeit eine vorsichtige Personalpolitik. Für 2013 rechnet die Arbeitsagentur dennoch mit einem robusten Arbeitsmarkt.

Nachdem die Arbeitslosenzahl in Düsseldorf zwei Jahre lang zurückgegangen war, blieb sie im ersten Halbjahr 2012 weitgehend stabil. Etwa ab der Jahresmitte habe sich dann die Verunsicherung der Unternehmen angesichts der Euro-Krise gezeigt, sagte der ehemalige Chef der Düsseldorfer Arbeitsagentur, Peter Jäger.

"Die Zahl der Neueinstellungen ging zurück, und die Arbeitslosigkeit lag in den Folgemonaten leicht über dem Vorjahresniveau." Ende 2012 waren 25 919 Personen arbeitslos gemeldet; das waren 498 (2 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Über das gesamte Jahr 2012 wurden der Arbeitsagentur 21.200 offene Stellen gemeldet, acht Prozent weniger als im Vorjahr. Jäger betonte, dass dabei nach wie vor drei Viertel der neuen offenen Stellen unbefristete Tätigkeiten sind— und der weitaus größte Teil Vollzeitstellen.

Ein besonderes Thema für die Arbeitsagentur war im vergangenen Jahr die Vermittlung der früheren Schlecker-Mitarbeiterinnen in neue Jobs. Von 105 ursprünglich arbeitslos gemeldeten Frauen fanden 51 Prozent eine neue Arbeit. "Weitgehend waren es Stellen im Einzelhandel", so Jäger.

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Januar 2013 Im Januar 2013 stieg die Arbeitslosenzahl an — gegenüber Dezember um 1410 auf 27 329. Dies entspreche prinzipiell den Erwartungen, sagte der neue Arbeitsagenturchef Johannes Pfeiffer. So laufen befristete Verträge oftmals zum Jahresende aus.

Zudem brauchen viele Firmen, die im Außenbereich arbeiten (Maler und Lackierer, Garten- und Landschaftsbauer), bei kühler Witterung weniger Personal. "Viele Arbeitgeber haben aber angekündigt, bei entsprechender Lage die Leute wieder einzustellen", so Pfeiffer.

Der Anstieg sei immerhin um fünf Prozent niedriger ausgefallen als zum vergangenen Jahreswechsel. "Der Arbeitsmarkt befindet sich in einer robusten Verfassung." Die Unsicherheit der Firmen angesichts der Lage zeigte sich zu Jahresbeginn aber in der geringeren Zahl neuer Stellenangebote. Im Januar waren es 1024, ein Jahr zuvor noch 1443. Die meisten freien Jobs gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe und bei den Büroberufen sowie im Einzelhandel.

Ausblick 2013 Für den weiteren Jahresverlauf ist man bei der Arbeitsagentur nicht allzu pessimistisch. So blickten die Unternehmen derzeit schon positiver in die Zukunft als noch vor einigen Monaten, sagte Pfeiffer. Die erste Jahreshälfte könne noch schwierig werden: "Für die zweite Jahreshälfte rechne ich mit einer Entspannung." In Kurzarbeit sind nach seinen Worten derzeit knapp 500 Arbeitnehmer in 35 Betrieben. "Das ist weit entfernt von der Krise 2008/2009." Fachkräfte werden zudem weiter händeringend gesucht: "Rund 25 Prozent der heute Beschäftigten werden bis 2025 in den Ruhestand gehen", so Agentur-Chef Pfeiffer.

Daher werde es eine wichtige Aufgabe des Jahres sein, gute Nachwuchskräfte zu sichern. Er rechnet vor diesem Hintergrund damit, dass trotz des doppelten Abiturjahrgangs auch die zusätzlichen Bewerber — nach Berechnungen der Agentur bis zu 1000 — mit Ausbildungsstellen gut versorgt werden können. "Düsseldorf ist auch weiterhin ein attraktiver Ausbildungsstandort."

(ila)
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