Firmen in Düsseldorf sind weniger zuversichtlich

Aussichten in der Wirtschaft : Firmen sind weniger zuversichtlich

Bei der Konjunkturprognose der Unternehmerschaft Düsseldorf zeigt sich eine eingetrübte Stimmung. Besonders für den Export gibt es zahlreiche Unwägbarkeiten. Ausgebildet wird weiterhin viel.

Die Düsseldorfer Unternehmer blicken angesichts zahlreicher Unwägbarkeiten mit schlechteren Erwartungen in die Zukunft. In der Konjunkturprognose 2019 der Unternehmerschaft Düsseldorf beurteilen nur noch 48 Prozent der befragten Firmen die aktuelle Geschäftslage als gut und weitere 41 Prozent als gleichbleibend. Vor Jahresfrist hatten dagegen noch 78 Prozent die Situation als gut und 29 als gleichbleibend eingeschätzt.

Unternehmerschafts-Hauptgeschäftsführer Michael Grütering bezeichnete sich mit Blick auf die Zahlen dennoch als „vorsichtig optimistisch“ für die Zukunft. „Wir bewegen uns trotz der schwierigen Umstände noch immer auf einem hohen Niveau“, sagte er. „Man muss sich klarmachen, dass 2018 ein absolutes Spitzenjahr war.“ Insofern seien auch die aktuellen Ergebnisse noch durchaus positiv. Zu den nach wie vor starken Branchen zählt er etwa die Metall- und Elektroindustrie, die ein „sensationelles Jahr“ gehabt habe. Der Großhandel hingegen habe auch weiterhin zu kämpfen.

Eine zumindest teilweise optimistische Sicht der Unternehmen zeigt sich in der Einschätzung für die kommenden sechs Monate. So glauben immerhin 34 Prozent (Vorjahr: 31) an bessere Geschäfte, allerdings nur noch 59 Prozent (Vorjahr: 67) an eine gleichbleibende Lage. Immerhin 7 Prozent (2) rechnen mit einer Verschlechterung. Bei der Auftragslage allerdings erwarten nur noch 19 Prozent eine Verbesserung (im Vorjahr waren es doppelt so viele) und 70 Prozent (60) eine gleichbleibende Situation. Dass die Auftragslage schlechter wird, fürchten inzwischen mit 11 (Vorjahr: 2) Prozent spürbar mehr Firmen.

Düsseldorf habe weiterhin den Vorteil eines sehr breiten Branchenmixes, betont Grütering. Industrie, Handel und Dienstleistung sind in der Stadt stark vertreten. Allerdings sind auch besonders viele Unternehmen aus der Landeshauptstadt im Export unterwegs: „Das ist angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten momentan natürlich nicht einfach.“ Zu den großen Unsicherheitsfaktoren gehören die Politik von US-Präsident Donald Trump mit seinen Strafzoll-Drohungen und der Brexit, von dem nach wie vor nicht klar ist, wie er nun ablaufen wird. „Wir haben in der Vergangenheit aber die Erfahrung gemacht, dass die Düsseldorfer Unternehmen gut darin sind, sich unter schwierigen Umständen die richtige Nische zu suchen.“

Nur noch ein halb so großer Anteil der befragten Unternehmen (33 Prozent) glaubt aktuell an Neueinstellungen in den kommenden sechs Monaten, 7 Prozent (Vorjahr: 1) von ihnen rechnen hingegen sogar mit Entlassungen. Noch immer hoch ist aber die Ausbildungsbereitschaft der Düsseldorfer Firmen: 80 Prozent wollen unverändert viele Plätze anbieten, 15 Prozent sehen für 2019 sogar eine Zunahme. „Das ist natürlich auch vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels zu sehen“, so Grütering. Dazu kommt, dass es in der Landeshauptstadt ein gut funktionierendes Netzwerk aus Verwaltung, Arbeitsagentur, Kammern und Unternehmerschaft gibt, das eng kooperiert. „Und bei dem die Beteiligten regelmäßig nicht nur ihre eigenen Interessen im Blick haben.“ Das beste Beispiel für die funktionierende Zusammenarbeit in Düsseldorf sei das 2018 eröffnete Azubi-Wohnheim: „Da nimmt Düsseldorf einmal mehr eine Vorreiter-Rolle ein“, so Grütering.

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