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Wirtschaft in Düsseldorf: Firmen hoffen auf „Ende der Talfahrt“

Wirtschaft in Düsseldorf : Firmen hoffen auf „Ende der Talfahrt“

Die Geschäftslage hat sich zwar eingetrübt, doch die Unternehmen gehen nicht von einer weiteren Verschlechterung aus. Die Sorge wegen des Fachkräftemangels hat sich wieder verstärkt.

Die Geschäftslage der Wirtschaft in der Region hat sich weiter verschlechtert – doch nach Überzeugung der Unternehmen wird die Nachfrage nicht noch weiter zurückgehen. „Einerseits glauben die Unternehmen nicht, dass die Konjunktur in den kommenden Monaten spürbar anziehen wird, andererseits hoffen sie auf ein Ende der Talfahrt“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf Gregor Berghausen. Die IHK Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein haben ihren gemeinsamen Konjunkturbericht vorgelegt. An der Umfrage beteiligten sich knapp 900 Betriebe mit rund 90.000 Beschäftigten.

Noch ein Drittel der befragten Unternehmen meldete zu Jahresbeginn eine gute Lage, ein knappes Fünftel (19 Prozent) eine schlechte. Der so genannte Lageindikator – errechnet als Differenz von Gut- und Schlecht-Antworten – lag damit bei 14,9 Punkten. Im Herbst hatte er noch bei 19,2 gelegen.

Die Industrie erreicht bei dem gleichen Indikator mit 7,2 Punkten ihren Wert aus der Vorumfrage. Es sei das erste Mal seit zehn Jahren, dass der Wert zweimal hintereinander unter der Zehn-Punkte-Marke liege, sagte Berghausen. „Die Nachfrage sinkt, und die Kapazitätsauslastung ist auf einem niedrigen Niveau.“ Inzwischen greife die Konjunkturschwäche auch auf andere Branchen aus dem Dienstleistungssektor über. Daran zeige sich die enge Verflechtung von Industrie und Dienstleistern in der Region.

Umgekehrt lasse die Industrie aber auch hoffen, denn ihre Erwartungen hätten sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. „Im Herbst waren bei den verarbeitenden Betrieben die Pessimisten in der Überzahl, jetzt sind die Optimisten wieder in der Mehrheit“, erklärt Berghausen. Auch in der Gesamtwirtschaft sind die Erwartungen für das Jahr 2020 etwas günstiger als noch im Herbst.

Der Fachkräftemangel wird der Umfrage zufolge inzwischen wieder von mehr Unternehmen als Geschäftsrisiko bewertet. Die Beschäftigungspläne bleiben daher im Vergleich zum Herbst stabil – mit leichter Tendenz zum Stellenaufbau, wie die IHK berichtet. Die Investitionspläne seien sogar nach oben korrigiert worden, sagt Berghausen. „Daraus wird aber kein spürbarer konjunktureller Effekt im Jahr 2020 entstehen.“